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Karl Kautsky, Die orientalische Frage und die Sozialdemokratie, Vorwärts: Berliner Volksblatt, 14. Jg., Nr. 53, Donnerstag, den 4. März 1897.
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Die Erhebung Kretas hat die Orientfrage in den Vordergrund des europäischen Interesses gestellt. Auch an die Sozialdemokratie tritt die Notwendigkeit heran, in dieser Frage Stellung zu nehmen, umso mehr, da die augenblickliche Situation eine so ernste, dass jeder falsche Schritt die verhängnisvollsten Folgen nach sich ziehen kann. Wohl ist die Sozialdemokratie noch nirgends so weit, einem Minister des Äußerns seinen Weg vorschreiben zu können und sie ist nicht verantwortlich für die Handlungen unserer Diplomatie. Aber sie ist doch eine Macht, die nicht ignoriert werden darf, und es ist für das Gewicht, das eine Regierung in die Waagschale der internationalen Angelegenheiten zu werfen hat, nicht gleichgültig, ob sie in Übereinstimmung mit ihrer Nation oder im Gegensatz zu ihr handelt.
Für die Sozialdemokratie ist überdies die orientalische Frage eine Frage von besonderer Bedeutung, eine Frage, die unsere großen Meister stets hervorragend beschäftigt hat, und mit vollem Recht. Denn in dem Kampf um die Türkei handelt es sich nicht bloß um die Interessen konkurrierender Dynasten und Kapitalistenschichten, sondern auch um die Interessen der europäischen Demokratie.
Den europäischen Großmächten sind diese letzteren Interessen freilich höchst gleichgültig. Wir haben noch in keinem Großstaat Europas eine wirklich demokratische Regierung gehabt, und es sind ganz andere Interessen, als die der Freiheit, welche die Gegensätze unter den Regierungen in den türkischen Angelegenheiten erzeugten und erzeugen: die Interessen des Kapitals.
Die kapitalistische Produktionsweise in Europa hat seit ihren Anfängen einen großen Teil ihrer Lebenskraft aus dem Verkehr mit dem Orient, das heißt, genauer gesprochen, mit den alten Kulturländern Asiens gezogen. Dort fanden die Kapitalisten die reichste Beute, dort die kaufkräftigsten Märkte. Der Anteil an der Ausbeutung des Orients war daher seit dem 16. Jahrhundert eines der hervorragendsten Kampfesobjekte der kapitalistischen Nationen.
Um die Türkei stritt man sich damals freilich noch nicht. Die Türken waren noch in siegreicher Offensive begriffen. Aber im Laufe des 18. Jahrhunderts brach die türkische Macht rasch zusammen, da die Türkenherrschaft auf Grundlagen ausgebaut war, die jede ökonomische Entwicklung im kapitalistischen Sinn ausschlossen, indes die Nachbarschaft Europas die Türkei ebenso wie Polen und Russland vor die Alternative stellte, entweder einer derartigen Entwicklung die Thore zu öffnen oder unterzugehen.
Je schwächer die Türkei wurde, je mehr sie verfiel, desto begehrlicher die Blicke, welche die kapitalistischen Nationen nach ihr warfen. War doch die Türkei das nächste Stück des Orients und sie beherrschte zugleich einen der Wege, die nach dem übrigen Orient führten. Dieses letztere Moment wurde weitaus das Wichtigste, seitdem die Eröffnung des Suezkanals (1869) für den größten Teil des europäischen Handels mit Asien den Weg durch das Mittelmeer vorschrieb.
In der Türkei selbst aber ist der bedeutungsvollste Punkt Konstantinopel, nicht nur durch seine kommerzielle, sondern mehr noch durch seine strategische Wichtigkeit. Denn der Herr Konstantinopels ist, wenn er über die nötige Angriffskraft verfügt, auch der Herr des östlichen Mittelmeerbeckens und damit der Herr des Seeweges nach Ostindien und Ostasien.
Aber wer die begehrlichsten Blick nach der Türkei warf, das war nicht eine der kapitalistischen Nationen Westeuropas, sondern Russland.
Für Russland bedeutet der Besitz Konstantinopels weit mehr, als für jede andere Nation. Von Konstantinopel aus beherrscht es nicht nur den Weg von Europa nach Asien, es eröffnet sich damit auch einen neuen Weg nach Europa, einen Weg, der nicht bloß zu friedlichen Zwecken praktikabel ist. Konstantinopel, „das war die entscheidende Etappe zur russischen Herrschaft über Europa.“ (Engels, Die auswärtige Politik des russischen Zarentums, Die neue Zeit, 1890, S. 147). [2]
Die Eroberung Konstantinopels durch Russland war eine Gefahr für ganz Europa, und die entscheidenden europäischen Großmächte haben sich denn auch in der Regel zusammengefunden, wenn es galt, Konstantinopel, die Zarenstadt (Zarigrad) vor dem Zaren zu schützen.
Hier ist der Punkt, in dem die Interessen der europäischen Mächte in der Orientfrage mit denen der europäischen Demokratie zusammenfallen. An der Erhaltung der Türkei oder gar an der Schaltung der Alleinherrschaft des Sultans hat die Demokratie an und für sich kein Interesse, wohl aber ein hohes daran, dass die Macht des Zaren in Europa und über Europa nicht wachse, sondern vielmehr zurückgedrängt werde, denn Russland ist der Hort des Absolutismus, der größte und gefährlichste Gegner der europäischen Revolution.
Das haben Marx und Engels klar erkannt und daher war neben der Bekämpfung des Kapitalismus die zweite große Lebensaufgabe, die sie sich gestellt, die Bekämpfung des Zarentums.
Diese Ausgabe machte sie zu den tätigsten Freunden jeder revolutionären Bewegung in Russland selbst - sowohl der polnischen, wie später der sogenannten nihilistischen sie machte sie zu den tätigsten Freunden jeder außerrussischen Nation, die im Kampf gegen Russland lag, sie machte sie zu den entschiedensten Freunden der Türkei, so oft diese von Russland bedroht war.
Die Türkei hat kaum jemals bessere Freunde gehabt, als unsere beiden großen Vorkämpfer. Sie ließen sich weder, wie so viele Mitglieder der demokratischen Parteien, durch die liberalen Phrasen täuschen, mit denen Russland sein Vorgehen gegen die Türkei beschönigt, noch wurden sie durch die Intrigen und Interessengegen säße verwirrt, die unter den Großmächten wirkten und diese so häufig untereinander entzweiten, wo geeintes Zusammenwirken gegenüber dem gemeinsamen Feind dringend notwendig gewesen wäre.
Indes war es nicht Vorliebe für das türkische Regime, die Marx und Engels dabei leitete, sondern die Erkenntnisse von der Gefährlichkeit des Zarentums. Das machte sie nicht blind gegen die Missstände, die an dem Marke des türkischen Reiches zehrten. In dem türkischen Bauern allerdings sanden sie „unbedingt einen der tüchtigsten und sittlichsten Repräsentanten des Bauerntums in Europa“, wie Marx in einem Briefe sich ausdrückte, der in Genossen Liebknechts bekannter Broschüre: Soll Europa kosakisch werden 1878 abgedruckt wurde. [3]
Aber der Bauer regiert nicht die Türkei; in den Städten jedoch, namentlich in Konstantinopel, wird der Türke völlig korrumpiert. zwei warme Anhänger, ja Verehrer des türkischen Volkes, welche die türkischen Verhältnisse aus eigener Anschauung kennen gelernt, schreiben: „In allen Ländern sind die Städte die Geburtsstätten des Lasters, aber in der Türkei ist in dieser Beziehung der Gegensatz zwischen Stadt und Land stärker ausgeprägt als anderswo, vielleicht deswegen, weil die Städte fast ausschließlich griechischen Ursprungs sind und daher die Traditionen der Sittenlosigkeit vom oströmischen Kaiserreich übernommen haben.“ [4]
Warum aber haben die Städte der Türkei diese Traditionen übernommen und erhalten? Weil sie über die ökonomische Höhe des byzantinischen Kaiserreichs nicht hinaus konnten, ja eher noch von derselben herabstiegen. Wie im ersten Jahrtausend unserer Zeitrechnung, so ziehen sie auch heute noch ihre Lebenskraft nicht aus ihrer Industrie, sondern aus der Plünderung des Bauern durch Handel, Wucher und Steuern. Die industriellen Klassen sind schwach und gänzlich abhängig von den Kaufleuten, Wucherern und Paschas, kein kraftvolles industrielles Bürgertum, kein kraftvolles industrielles Proletariat, diese beiden mächtigsten Triebkräfte des politischen und ökonomischen Fortschritts in Europa, haben sich entwickelt. Nur insofern haben sich gegenüber dem byzantinischen Kaiserreich die Zustände geändert, dass die oberste Herrschaft im Staate von einer überverfeinerten an eine Rasse brutaler Barbaren übergegangen ist, die von ihrer Umgebung alle Laster aber keinen der Vorzüge der Zivilisation aufgenommen haben, und dass das byzantinische Kaiserreich den letzten Reft antiker Kultur inmitten der allgemeinen Barbarei Europas von der Völkerwanderung bis zu den Kreuzzügen bewahrte, indes das türkische Regime heute den letzten Rest der Barbarei inmitten der kapitalistischen Zivilisation Europas bewahrt. Den Gipfel der Korruption des städtischen Osmanentums bildet das Serailregiment, die absolute Herrschaft des Sultans, seiner Odalisken, Eunuchen und sonstigen Günstlinge, deren Trägheit und Unwissenheit nur von ihrer Habgier und tückischen Grausamkeit übertroffen wird.
Den Gipfel der Korruption des städtischen Osmanentums bildet das Serailregiment, die absolute Herrschaft des Sultans, seiner Odalisken, Eunuchen und sonstigen Günstlinge, deren Trägheit und Unwissenheit nur von ihrer Habgier und tückischen Grausamkeit übertroffen wird.
Dies Serailregiment stand und steht jeder Reform, jedem Aufschwung des türkischen Reichs im Wege, an ihm scheitert jeder Versuch, den allgemeinen Verfall zu hemmen, jeder Versuch, Einrichtungen eins zuführen, die im Stand wären, jene Entwickelung von Staat und Gesellschaft zu modernen Verhältnissen anzubahnen, ohne die die Türkei unrettbar verloren ist. Hier musste der Hebel angesetzt werden von jedem, der die Türkei vor der russischen Invasion dauernd bewahren wollte. Alle Kriege gegen Russland mussten vergeblich bleiben, solange die Serailwirtschaft unangetastet blieb.
In diesem Sinne sprach sich auch Marx in dem schon erwähnten Briefe vom 4. Februar 1878 aus. Als Hauptgrund der Niederlage der Türken im Krieg von 1877/78 bezeichnete er den Umstand, dass sie versäumten, eine Revolution in Konstantinopel zu machen. So blieb die Inkarnation des alten Serailregiments – Mahmud Damat – der Schwager des Sultans, der eigentliche Lenker des Krieges, absolut dasselbe, als ob das russische Kabinett direkt den Krieg gegen sich selbst dirigiert hätte. Die systematische Paralysierung und Kompromittierung der türkischen Armee durch diesen Burschen kann bis ins kleinste Detail nachgewiesen werden. Übrigens ist's allbekannt in Konstantinopel, und dies erhöht die historische Schuld der Türken.
Allerdings, die Türken hatten einen Revolutionsversuch gemacht. Die Regierung des Sultans Abdul Aziz, der trotz der wahnsinnigsten Verschwendung ein unermessliches Privatvermögen aufhäufte, die Masse der Staatsdiener aber hungern und die wichtigsten Staatsfunktionen unerfüllt ließ diese elende Regierung, die „selbst für eine in Fäulnis übergegangene Welt ein empörendes Schauspiel“ bot [5], hatte 1875 die Türkei zum finanziellen Bankrott und an den Rand des politischen Bankrotts geführt. An allen Ecken und Enden Loderte der Aufruhr empor, Russland führte im Namen der Aufständischen die drohendste Sprache, aber das Serailregiment sorgte weder für Reformen noch für Soldaten, sondern trachtete nur nach Genüssen der verächtlichsten Sorte und nach dem Aushäufen von privaten Schätzen. In dieser verzweifelten Situation entschlossen sich einige türkische Patrioten zu dem einzigen Schritt, der das in voller Auflösung befindliche Reich retten konnte zum Staatsstreich. Geführt von Midhat Pascha bemächtigten sich die Verschworenen der Regierung, beseitigten Abdul Aziz (1. Juni 1876), setzten an seine Stelle Murad V., und als dieser nach wenigen Tagen dem Säuferwahnsinn verfiel, wurde auch er entthront und sein Bruder, Abdul Hamid II. zum Sultan gemacht (31. August).
Aber wichtiger als dieser Thronwechsel war die neue parlamentarische, sehr liberale Verfassung, im Wesentlichen ein Werk Midhat Paschas, der am 22. Dezember 1876 Großwesir wurde und sie am 23. Dezember verkündete.
Das Serailgesindel war wütend, nicht minder die russische Regierung. Eine reformierte, d. h. lebensfähige Türkei, das durfte sie nicht dulden. Die neue türkische Verfassung drohte nicht nur die Türkei zu konsolidieren und die aufständischen Christen mit ihr zu versöhnen, sie war angesichts der beginnenden revolutionären Bewegung in Russland sogar gefährlich für dessen innere Entwickelung. Ließ sich doch der Golos damals einfallen, für Russland eine Verfassung gleich der türkischen zu fordern, worauf er für zwei Monate unterdrückt wurde. Die neue Verfassung musste in die Luft gesprengt werden, bevor sie Zeit hatte, sich zu befestigen.
In einer von ihm selbst verfassten Staatsschrift (La Turquie, son passé, son avenir, Paris 1878) sagte Midhat Pascha darüber: „Diejenigen, welche den Gang der Ereignisse aufmerksam verfolgt haben, mussten bemerken, dass Russland nichts so sehr fürchtet, als eine wirkliche Verbesserung des Zustandes der Türkei. Es war deshalb auch immer gegen diejenigen, welche bei verschiedenen Gelegenheiten reue Reformen in der Verwaltung des Landes unternahmen, und es ist keine gewagte Behauptung, dass die Pforte, indem sie die Verfassung verkündigte, den Ausbruch des Krieges gewissermaßen beschleunigt hat.“ [6]
Aber Russland war nicht der einzige Feind der Türkei. Noch ehe es den Krieg erklärt hatte (24. April 1877), war Midhat Pascha durch dasselbe Mittel, das ihn erhören, wieder gestürzt worden, durch eine Palastintrige, an deren Spitze der schon erwähnte Mahmud Damat stand, der Schwager des Sultans und der entschiedenste Vertreter der schmutzigsten Serailherrschaft (5. Februar).
Das türkische Parlament trat zwar zusammen, am 19. Mai, wurde aber nach zwei Sitzungen aufgelöst, da einige der Abgeordneten eine gar zu unbequeme Kritik übten, und kein neues einberufen.
Diese ganze Episode hatte eines klar bewiesen: es gab in der Türkei keine Klasse, welche die Kraft besaß, eine wirkliche Revolution durchzuführen, sie den widerstrebenden Elementen aufzuzwingen und gegen die Gegner einer Wiedergeburt der Türkei zu verteidigen.
Die Revolution, die Marx verlangte, konnte im besten Falle dann sich behaupten, wenn die europäischen Mächte sie schützten. Das war auch die Ansicht Midhat Pasha’s. In der schon erwähnten Staatsschrift erkennt er an, dass die neue Verfassung auf sehr schwankender Grundlage ruhe, aber Europa konnte dem Leicht abhelfen, wenn es sich den Schuss dieser Verfassung angelegen sein ließe.
So leicht ging denn das doch nicht. Wer war denn das „Europa“, das die türkische Revolution gegen den Zaren und den Sultan schützen sollte? Das war nicht die europäische Demokratie, sondern die europäischen Regierungen, die Exekutivorgane der kapitalistischen Interessen. Diese Interessen und die demokratischen Interessen berührten sich in Bezug auf die Türkei nur insofern, als die einen wie die anderen die Fernhaltung der russischen Herrschaft von den türkischen Gebieten forderten. Aber sie fielen keineswegs in allen Punkten zusammen. Die Kapitalisten Englands, Frankreichs, Italiens, Österreichs u. s. w. verlangten in ihrer Weise nicht minder nach der Ausbeutung und Beherrschung der Türkei wie Russland. Die Industrie der Türkei, weit entfernt, ihren Schutz zu finden, wurde durch die Konkurrenz des Auslands vielmehr völlig verkrüppelt. Es konnte sich nicht nur nicht eine kapitalistische Industrie von Bedeutung entwickeln, selbst die aus dem Mittelalter überkommenen Industrien, die hier, und da blühten, wurden zurückgedrängt, manche geradezu vernichtet. „Von 600 Webstühlen, die Skutari im Jahre 1812 zählte, blieben 1821 nur 40 übrig, und von den 2000 Webereien, die Turnowo im Jahre 1812 besaß, bestanden 1880 nur 200. Seitdem ist, wie man glaubt, dieser Gewerbszweig (Baumwollweberei) gänzlich verschwunden. Zur Zeit der Reise Mac Farlanes (1850) war die Seidenmanufaktur ganz verschwunden, selbst die Spinnereien zur Bereitung der Rohseide waren geschlossen.“ [7]
Noch in anderer Form macht sich das europäische Kapital in der Türkei hilfreich bemerkbar. Hand in Hand mit dem ökonomischen Rückgang, der allgemeinen Verwahrlosung und Verlotterung geht die zunehmende Verschuldung des Reichs, deren Bürde immer drückender auf dem Bauer lastet, der für die Wucherzinsen aufzukommen hat, die der Staat zahlt und dadurch selbst in Wucherhände gerät, 1854 nahm die Türkei die erste Anleihe auf, 1875 war sie bereits mehr als 6.000 Millionen Franken schuldig. Von 4.000 Millionen, die sie nominell aufgenommen, waren nur 2.400 wirklich in die Staatskasse bezahlt worden. Der durchschnittliche Zinsfuß betrug 9½ Prozent! Der Staatsbankrott vom Oktober 1875 hat nur vorübergehende Linderung geschaffen.
Nimmt man zu dem Allen hinzu, dass gerade die besten Freunde der Türkei mit Russland darin wetteiferten, ihr ein Stück nach dem andern abzureißen – England nahm für seine guten Dienste nach dem Sieg von 1877/78 Cypern, später Ägypten; Österreich marschierte in Bosnien und die Herzegowina ein, Frankreich annektierte Tunis – dann wird man begreifen, dass von Seiten „Europas“ die Revolution, die notwendig ist, die Türkei zu retten, ebenso wenig kommen kann, wie von Seiten der türkischen Bevölkerung selbst.
Das Schicksal der Türkei ist besiegelt: zwischen dem russischen Zarismus und dem europäischen Kapitalismus gepresst, wird sie von beiden unfehlbar zermalmt. Man mag das Schicksal tragisch finden, man mag es bedauern, aber man muss damit rechnen. Man braucht nicht die abstrakte Möglichkeit zu leugnen, die Türkei zu reformieren. Die reale Möglichkeit fehlt.
Diese Unmöglichkeit ist die Signatur der heutigen Krisis im Orient. Die Dinge in der Türkei sind in den letzten zwanzig Jahren in keiner Beziehung besser, in vieler schlechter geworden. Das Serailregiment ist korrupter und unfähiger, die wirtschaftliche Zerrüttung von Staat und Volk ärger als je. Alle Elemente, von denen man 1876 noch eine Gesundung der Verhältnisse hatte erwarten können, sind verschwunden; heute wird man vergebens in der Türkei nach einem Midhat Pascha suchen. Ein Aufstand folgt dem anderen, die Anarchie ist der herrschende Zustand geworden. In seinem schon erwähnten Artikel über Die auswärtige Politik der russischen Zarentums sagt Engels, in den Kriegen mit Russland sei die Türkei durch ihre Unordnung erhalten worden. „Der unverwüstliche gemeine Soldat, der Sohn des unverwüstlichen türkischen Bauern, fand dann durch diese Unordnung Gelegenheit, das wieder gut zu machen, was die korrumpierten Paschas verderben“ (S. 153). [8] In ähnlicher Weise kann man sagen, dass die Macht des Sultans nur noch durch den Aufstand erhalten wird, dadurch, dass seine christlichen und mohammedanischen Untertanen sich gegenseitig die Kehlen abschneiden und sich dadurch in Schach halten.
Die Anarchie ist so heillos geworden, dass die Mächte sich wieder einmal geeinigt haben, um der Türkei Reformen aufzuzwingen – freilich bei weitem nicht so weitgehend, als ehedem Midhat geplant. Aber alle ihre Bemühungen sind vergeblich. Der Widerstand des Serailregiments ist nicht zu brechen, denn hinter diesem Regiment steht – die russische Diplomatie.
Diese Situation ist keine ungewöhnliche. Sie hat sich bereits mehrfach in der Geschichte der Türkei ereignet. Aber eines ist neu dabei: Der Zar tritt auf nicht bloß als der Schützer des Serailregiments, sondern auch als der wärmste Verteidiger der Integrität der Türkei.
So überraschend diese Wandlung ist, sie ist nichts weniger als unbegreiflich, und sie beweist nur, dass die russische Diplomatie nicht nur frei ist von allen Grundsätzen, sondern auch von jeder Schablonenhaftigkeit, und dass ihre Traditionen sie nicht hindern, stets die Dinge so zu sehen, wie sie sind.
So hat sie denn auch gar früh herausgefunden, dass die Dinge seit dem letzten russisch-türkischen Krieg sich gewaltig verändert haben.
Russland durfte nie wagen, offen aus Konstantinopel zu marschieren; es hätte dadurch sofort sämtliche Mächte Europas gegen sich vereinigt. Es maskierte sein Vordringen durch die Schaffung neuer Staaten auf türkischem Territorium, die angeblich türkische, tatsächlich russische Vasallen waren, und es übte über diese Staaten hinaus seinen Einfluss, indem es die religiöse und nationale Idee in seine Dienste nahm und als der Schützer sämtlicher orthodoxen Christen und sämtlicher Slaven auftrat, Wie Napoleon III. und Bismarck benutzte der Zar die wirklich vorhandenen Bedürfnisse unfreier Völker nach Selbständigkeit und nationalem Zusammenschluss als Mittel zur Förderung seiner Pläne, und spannte die Revolution vor den Wagen des Absolutismus. Seit dem russisch-türkischen Krieg ist das etwas gefährlich geworden, denn gerade er gab den größten Anstoß zur Entwicklung nicht nur des Kapitalismus, sondern auch revolutionärer Klassen und Bewegungen in Russland selbst, und die Machthaber dieses Reiches hüten sich heute ebenso sehr wie die Deutschlands und Frankreichs, ohne Noth den Umsturz zu fördern oder gar selbst zu praktizieren.
Die Rolle des Zaren als Befreier unterdrückter Völkerschaften ist aber nicht nur gefährlich für den russischen Absolutismus, sie ist wirkungslos außerhalb Russlands geworden. Friedrich Engels, von dem man sicher nicht behaupten kann, dass er die russische Gefahr unterschätzte, hat das bereits 1890 beobachtet. Er sagt in seinem schon mehrfach erwähnten Artikel: „Überhaupt zeigt sich seit 1878 erst recht, wie sehr die Position der russischen Diplomatie sich verschlechtert hat, seitdem die Völker sich mehr und mehr erlauben mitzusprechen, und das mit Erfolg. Sogar auf der Balkanhalbinsel, dem Gebiet, wo Russland ex professo völkerbefreiend auftritt, will nichts mehr gelingen. Die Rumänen haben, zum Dank dafür, dass sie den Russen vor Plewna den Sieg ermöglicht, ihr Stück Bessarabien wieder abtreten müssen und werden sich schwerlich durch Zukunftsversprechungen auf Siebenbürgen und das Banal ködern lassen. Die Bulgaren haben die zarische Art der Befreiung infolge der ihnen ins Land gesandten zarischen Agenten herzlich satt bekommen; nur die Serben und die Griechen – beide weil sie außerhalb der direkten Schusslinie auf Konstantinopel liegen – sind noch nicht kopfscheu gemacht. Die österreichischen Slaven, die der Bar von der deutschen Unterdrückung zu befreien sich berufen fühlte, haben seitdem wenigstens im die Leithanischen Reichsteil die Herrschaft selbst ausgeübt. Die Phrase von der Völkerbefreiung durch den allmächtigen Zar hat ausgespielt, sie kann höchstens noch auf Kreta und Armenien angewendet werden.“ [9] Nach den Erfahrungen der letzten Zeit dürften auch Armenier und Kretenser von Väterchen an der Newa nicht mehr allzu viel erwarten.
Die Staaten, die als tatsächliche Vasallen Russlands dessen Herrschaft auf der Balkanhalbinsel verbreiten sollten, haben bald das russische Foch noch schwerer gefunden als das türkische und haben sich beeilt, es abzuschütteln. Sie haben aber dabei auch bewiesen, dass sie mehr Lebenskraft und mehr Widerstandskraft gegenüber Russland besitzen als die Türkei. Das merkt Russland in Rumänien, welches sofort nach dem Kriege eine selbständige Politik gegenüber Russland einschlug und sich an Österreich anlehnte; das merkte es bald in Bulgarien, welches schon 1883 es wagte, sich gegen Russland aufzulehnen und den zwei russischen Generalen Kaulbars und Sobolew, die Bulgarien im zarischen Sinne regieren sollten, den Laufpass zu geben.
Dagegen fanden die zarische Diplomatie und das türkische Serailregiment sich leicht zusammen, und je länger je mehr verlor dieses nicht nur jede Lust, sondern auch jede Kraft zu einer selbst. ständigen Politik. Es musste sich umso enger an Russland anlehnen, je mehr dieses die einzige Macht wurde, die nicht auf Reformen, das heißt vor allem auf Beschränkung der Habsucht und Willkür Des Serailregiments drängte.
Bald musste sich die russische Diplomatie darüber klar geworden sein, dass, solange Russland nicht Konstantinopel direkt besetzen konnte, so lange es auf der Balkanhalbinsel nicht direkt, sondern nur durch Vasallen herrschen konnte, zu dieser Rolle nicht mehr die kleinen, von ihm selbst geschaffenen Staaten tauglich waren, sondern nur noch die Pforte selbst. War aber der Sultan des Zaren ergebenster Vasall, dann war jeder Angriff auf dessen Besitzungen eine Beeinträchtigung Russlands selbst, die umso unangenehmer empfunden wurde, wenn dadurch einer der ungetreuen Vasallen, die sich vom russischen Regime losgesagt, gestärkt wurde. So verwandelte sich Russland in den Schützer der Integrität der Türkei; es bereitete seinen Weg nach Konstantinopel nicht mehr im Namen der Revolution, sondern der Legitimität vor.
Den ersten und deutlichsten Beweis seiner gänzlich veränderten Politik gab es, als die Revolution in Ostrumelien losbrach und zur Vereinigung dieses Landes mit Bulgarien führte (1885). Im Frieden von San Stefano hatte Russland ein Bulgarien schaffen wollen, das weit größer war, als das später vom Berliner Kongress begründete Bulgarien und Ostrumelien zusammengenommen. Es war ein Schritt zur Verwirklichung dieser seiner Absicht, der sich 1885 vollzog, und doch gab es keine Macht, die so energisch dagegen protestierte, im Namen der Integrität der Türkei, wie Russland. Die Türkei selbst beruhigte sich, nur Russland nicht.
Das zeigte deutlich, wo seit dem großen Umschwung, der dem russisch-türkischen Krieg folgte, die wirklichen Hindernisse Russlands auf der Balkanhalbinsel zu suchen sind.
Völlig im Einklang mit der veränderten Haltung Russlands Bulgarien gegenüber steht seine veränderte Haltung gegenüber allen anderen Bestrebungen, einzelnen Völkerteilen der Türkei zur Autonomie oder zur Loslösung vom Reich zu verhelfen. Es hat darauf verzichtet, als Befreier oder zumindest als Schutzherr der Armenier zu gelten. Ein autonomes Armenien könnte ihm allerdings unbequemer werden als das von den türkischen Paschas verwaltete und verwüstete; nun hat es auch den Kretensern und Griechen alle jene Hoffnungen genommen, die diese aus früheren Traditionen schöpfen möchten. Wie gegenüber Bulgarien, so tritt Griechenland gegenüber keine Macht so entschieden als Schützer der Integrität der Türkei auf, wie Russland.
Kein Wunder, dass der alte Gladstone meint, er verstehe Russland nicht mehr. Freilich, wer Russlands Worte ernst nimmt, wer ehedem glaubte, es verfechte wirklich die Freiheit der geknechteten Balkanvölker, und heute glaubt, es verfechte wirklich die Integrität Der Türkei, dem muss Russlands Wandlung unverständlich bleiben. Tatsächlich sind Russlands Ziele dieselben geblieben; es hat nach wie vor seine Augen auf Konstantinopel gerichtet, wenn auch in mancher Beziehung der Werth Konstantinopels für Russland ein anderer geworden sein mag. Aber die Verhältnisse haben sich geändert und damit haben die Mittel gewechselt, die es verwendet. Nicht mehr als der Verteidiger der Christen und Slaven, sondern als der Verteidiger des Padischah [10] selbst nistet es sich im osmanischen Reich ein.
Aber Russland herrscht heute nicht nur die Türkei, es herrscht in Europa, so dass dieses sich völlig unfähig erweist, ihm seine Beute zu entreißen.
Denn die „Vereinigten Staaten von Europa“ sind unter sich tief gespalten, dank ihrer famosen Diplomatie und dem Drängen ebenso kurzsichtiger wie profithungriger Kapitalistencliquen, die immer wieder neue Gegensätze zwischen den Nationen schaffen, statt die alten auszuheben.
So ging England nach Ägypten und verfeindete sich dadurch mit Frankreich. Tunis wurde zum Zankapfel zwischen Frankreich und Italien; Österreichs Einmarsch in Bosnien und seine Ankündigung des Vormarsches nach Saloniki machte es aus dem natürlichen Verbündeten zum Konkurrenten der Balkanstaaten und verschuldete, dass Serbien nicht gleich Bulgarien vom russischen Einfluss sich befreite. Und der Putsch im Transvaal führte zur Entfremdung zwischen Deutschland und England.
Aber alle diese Differenzen überragt an Ziese und Bedeutung der Gegensatz zwischen Deutschland und Frankreich wegen Elsass-Lothringens, und er ist es vor allem, der Russlands heutige Größe ermöglicht hat. Er führte zu dem Wettkriechen der westlichen Großmächte vor der Knout, das einzig und allein Russland zugutegekommen ist. Dank diesem Wettkriechen hat Japan China nur niedergeworfen, damit dieses als leichte Beute Russland in den Schoß falle, und dieses selbe Wettkriechen fördert Russlands Vorherrschaft in Konstantinopel. Es scheint jedoch, nachdem eine Zeitlang die Französische Republik Deutschland den Rang abgelaufen, dass die türkischen Wirren Deutschland zum brauchbaren Werkzeug der russischen Pläne machen. Frankreich als Mittelmeerstaat kann dem Ruin der Türkei und der Festsetzung des russischen Gesandten im Yildiz Kiosk doch nicht so gleichmütig zusehen, und es kann schon gar nicht sich zu romantischer Begeisterung für den legitimen Sultan ausschwingen. Es ist nicht unmöglich, dass an den Gestaden von Kreta die russisch-französische Allianz noch Schiffbruch leidet.
Das sind die wesentlichsten Charakterzüge der heutigen Situation. Sie ist nicht einfach, aber wir haben uns auch nicht den Kopf zu zerbrechen, wie aus ihr herauszukommen, denn wir haben sie nicht geschaffen und wir verfügen nicht über die Regierungen. Aber begreifen müssen wir die Situation und wir müssen uns hüten, direkt oder indirekt, durch unser Reden oder durch unser Schweigen zu Mitschuldigen der Regierungen zu werden.
Wir hatten nie Ursache, für das Sultansregiment zu schwärmen. Aber so lange der einzige widerstandsfähige Gegner des Zaren auf der Balkanhalbinsel die Türkei war, war es begreiflich, dass wir uns für sie als das kleinere Übel entschieden. Heute liegt die Sache anders. Heute haben sich die schönen Seelen, Sultan und Zar, gefunden, und es wäre der verhängnisvollste Fehler, den wir begehen könnten, wenn wir aus traditionellen Gründen heute noch für ein Regime eintreten würden, das so verkommen ist, dass es an Verworfenheit seinesgleichen sucht, das nur noch von Gnaden des geschworenen Feindes der Demokratie existiert und ihm völlig ergeben ist.
Der Kampf gegen den Zaren in der Türkei wird heute am wirksamsten geführt durch Stärkung der christlichen Balkanstaaten. Gelänge daneben die Revolution in Konstantinopel, der Sturz des Serailregiments, so hätte das die segensreichsten Folger. Aber es sind alle Vorbedingungen verschwunden, die den Sieg einer solchen Revolution wahrscheinlich, ja auch nur möglich gemacht hätten.
Auf keinen Fall haben wir heute mehr zu fürchten, wenn wir für die Rechte der Völker eintreten, die der Sultan beherrscht oder vielmehr gegeneinander hetzt, dass wir, ohne es zu wollen, die Sache des russischen Despotismus fördern.
Die beiden Despoten des Ostens stehen heute in demselben Lager, Die Demokratie Europas muss geschlossen im entgegengesetzten stehen!
1. Wir betonten schon mehrfach bei der
Besprechung der kretensischen Frage, dass in unserer Partei
verschiedene Auffassungen der orientalischen Frage vorhanden sind. Um
auch den Vertretern einer anderen Auffassung, als sie bisher in
unserem Blatte vornehmlich zum Ausdruck kam, Gelegenheit zur
Aussprache zu geben, haben wir Genossen Kautsky gebeten, seine
Ansichten über die orientalische Frage darzulegen. Einen Artikel
über das gleiche Thema, der in der Auffassung der Frage von der
Kautskys abweicht, veröffentlichen wir in einer der nächsten
Nummern. (Wilhelm Liebknecht)
Wilhelm Liebknecht, Kreta und die
Sozialdemokratie“, Vorwärts: Berliner Volksblatt,
14. Jg., Nr. 58, Mittwoch, den 10. März
1897.
https://collections.fes.de/historische-presse/download/webcache/2000/21442, https://collections.fes.de/historische-presse/download/webcache/2000/21443
2. Friedrich Engels, Die auswärtige
Politik der russischen Zarenthums“ Die neue
Zeit, 8. Jg. (1890), H. 4, S. 145–154, H. 5,
S. 193–203.
http://library.fes.de/cgi-bin/neuzeit.pl?id=07.00621&dok=1890&f=1890_0145&l=1890_0154,
http://library.fes.de/cgi-bin/neuzeit.pl?id=07.00627&dok=1890&f=1890_0193&l=1890_0203
3. Wilhelm Liebknecht, Zur
orientalischen Frage oder Soll Europa kosakisch werden? Ein Mahnwort
an das deutsche Volk. Zweite, um 1 Bogen vermehrte Auslage, in
der die neuesten Phasen der politischen Lage berücksichtigt
sind. Leipzig: Commissions-Verlag von R. E. Höhme, 1878.
63 S.
https://archive.org/details/liebknecht-kosakisch
4. Stanislas Graham Bower St. Clair
and Charles A. Brophy, A Residence in Bulgaria or notes on the
resources and the administration of Turkey, London: J. Murray,
1869, S. 230.
https://archive.org/details/residenceinbulga00stcl_0
5. Felix Bamberg, Geschichte der
orientalischen Angelegenheit im Zeitraume des Pariser und des
Berliner Friedens, Berlin: G. Grote, 1892. 447. Bamberg ist
durchaus kein Gegner der Türkei und hat unter anderem das
Netzwerk russischer Intrigen, das den Krieg von 1877 einleitete,
trefflich ausgedeckt.
https://archive.org/details/geschichtederori00bamb
6. Midhat Pacha, La Turquie, son
passé, son avenir, Paris : A. Michalon,
1878.
https://archive.org/details/midhat-pacha
[Ahmed Şefik Midhat Pasha (1822–1884) was a prominent Ottoman
statesman, reformist, and twice Grand Vizier. As the primary
architect of the 1876 Ottoman Constitution, he became known as the
„father of the liberals“ and a key founding figure of the
First Constitutional Era.]
7. Carey, Grundlagen der
Sozialwissenschaft, 1863, 1, 402, 405. „Of 600 looms at
Scutari in 1812, but 40 remained in 1821; and of 2.000 weaving
establishments at Tournovo in 1812, but 200 remained in 1830. Since
then, the cotton manufacture has, it is believed, entirely
disappeared. … Among the latest, is Mr. MacFarlane, at the
date of whose visit (1850), not only had the silk manufacture
entirely disappeared, but even the filatures for preparing the raw
silk were closed.“ Henry Charles Carey, Principles of Social
Science, Philadelphia. Lippincott, 1858, pp. 313,
315–316.
https://archive.org/details/principlessocia13caregoog
8. Friedrich Engels, Die auswärtige
Politik der russischen Zarenthums, Die neue Zeit,
8. Jg. (1890), H. 4, S. 145–154, H. 5,
S. 193–203.
http://library.fes.de/cgi-bin/neuzeit.pl?id=07.00621&dok=1890&f=1890_0145&l=1890_0154, http://library.fes.de/cgi-bin/neuzeit.pl?id=07.00627&dok=1890&f=1890_0193&l=1890_0203
9. Friedrich Engels, Die auswärtige
Politik der russischen Zarenthums, Die neue Zeit, 8. Jg.
(1890), H. 4, S. 145–154, H. 5,
S. 193–203.
http://library.fes.de/cgi-bin/neuzeit.pl?id=07.00621&dok=1890&f=1890_0145&l=1890_0154, http://library.fes.de/cgi-bin/neuzeit.pl?id=07.00627&dok=1890&f=1890_0193&l=1890_0203
10. [Ein Padischah (auch Padishah) ist ein historischer Herrschertitel, der im Osmanischen Reich vom osmanischen Sultan getragen wurde. Das Wort stammt aus dem Persischen (pâdişâh) und bedeutet wörtlich „Großer Herrscher“ oder „König der Könige“. Es symbolisierte den absolutistischen, kaiserlichen Anspruch der osmanischen Monarchen.
Zuletzt aktualisiert am 19. August 2026