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Die geistigen Rassenmerkmale der Juden sollen derart sein, dass sie eine tiefe und unüberbrückbare Kluft zwischen ihnen und allen anderen Rassen bilden. Diese Behauptung löst sich bei näherer Betrachtung in die Tatsache auf, dass die Masse der Juden zwei Jahrtausende lang eine abgeschlossene, erbliche Kaste städtischer Kaufleute, Geldhändler, Intellektueller, mitunter auch Handwerker bildet, die alle diesen Schichten eigentümlichen Eigenschaften durch Übung und Häufung von Generation zu Generation immer mehr entwickelte im Gegensatz zu der bäuerlichen Masse der übrigen Bevölkerung.
Die Juden haben sich von dieser immer unterschieden, seitdem es kein jüdisches Staatswesen mehr gibt, sie sind ihr immer fremdartig erschienen, was gefördert wurde dadurch, dass im Mittelalter sich innerhalb einer Stadt jeder Beruf in einem bestimmten Stadtteil konzentrierte. Wurde sie von verschiedenen Nationen bewohnt, dann nahm auch von diesen jede ihr besonderes Stadtviertel ein. Dazu kam bei den Juden noch die Eigenart ihrer Religion und ihres Ritus – alles Dinge, die mit Rassenmerkmalen nichts zu tun haben.
Aber erschienen die Juden auch immer fremdartig, so wurden sie doch nicht immer als Feinde behandelt. Es ging ganz von den ökonomischen Bedingungen und Bedürfnissen des Landes ab, in dem sie wohnten, ob man sie gern oder ungern sah. Der Gegensatz, der ein natürlicher Rassengegensatz sein soll, wurde bestimmt von sehr wandelbaren ökonomischen Verhältnissen.
Wo man Kaufleute oder Geldleute oder intelligentere Leute überhaupt brauchen konnte und solche selten waren, wurde der Jude gern gesehen. Das war der Fall in den christlichen Reichen des westlichen und nördlichen Europas in den Jahrhunderten nach der Völkerwanderung, gerade damals, wo deren „Germanentum“ am ungekühltesten zur Geltung gekommen sein muss. Nur mühsam entwickelte sich damals das Städtewesen. Da waren die Juden willkommen, um das ökonomische Leben der Städte zu beleben.
Allüberall, wo diese Städtebildung fortschreitet, aus dem vormaligen Kastell der Römer ein städtisches Gemeinwesen sich entwickelt, tun die Juden, indem sie den Handel in seine Mauern bringen, entscheidend mit. Das drückt sich in geradezu klassischer Weise in den Worten aus, mit denen der Bischof Rüdiger von Speyer im Jahre 1084 sein Judenprivilegium beginnt: „Da ich aus dem Flecken Speyer eine Stadt machen wollte, habe ich die Juden aufgenommen.“ [1] ... Der Bischof beruft sich nicht bloß darauf, dass sie in anderen Städten die gleichen Rechte: volle Handelsfreiheit, Grundbesitz, Autonomie besäßen, sondern er sagt: „Ich habe gedacht, die Ehre unserer Stadt tausendfach dadurch zu mehren, dass ich die Juden in ihren Mauern ansammle.“ Und dieses Privilegium wird dann durch Kaiser Heinrich IV. zu einem allgemeinen gemacht. In ähnlicher Weise sagt der Kölner Erzbischof in seinem Privileg von 1252: „Wir glauben, dass es nicht wenig zum Wohlstand und uns zur Ehre beitragen wird, wenn die Juden, die sich uns anvertrauen und in der Hoffnung auf unseren Schutz und unsere Gnade sich unserer Herrschaft unterwerfen wollen, auch wirklich dieses Schutzes teilhaftig werden.“ [2]
In Köln gelangten Juden sogar so weit, nicht nur Autonomie innerhalb der eigenen, der Judengemeinde zu erlangen, sondern sogar volles Bürgerrecht und Zutritt zu den Gemeindeämtern. So zitiert Georg Ludwig von Maurer eine Urkunde aus der Zeit „gegen das Jahr 1200“, in der ein Jude Egeberth zum Gemeindevorsteher des Kirchspiels Lorenz ernannt wurde. [3]
Aber freilich muss er bemerken, dass die Juden eine so günstige Stellung nur „eine Zeitlang“ einnahmen. „Meistenteils hatten sie in früheren Zeiten größere Rechte als in späteren.“ [4]
Es ging den Juden in der Christenheit ähnlich wie den Deutschen in Böhmen. Solange man sie brauchte, um städtisches Wesen zu fördern und zu entwickeln, den Handel zu beleben, waren sie willkommen. Als sich in den Städten eine Klasse einheimischer Geld- und Handelsleute und Handwerker entwickelte, da begannen die herbeigerufenen Fremden, die sich einmal sesshaft gemacht, nicht mehr als willkommene Helfer, sondern als unerwünschte Konkurrenten, als „lästige Ausländer“ zu erscheinen. Man besann sich plötzlich darauf, dass irgendein Unterschied religiöser oder nationaler Art – der Unterschied der Rassen war in jenen „finsteren“ Zeiten noch nicht erfunden –, ein Gegensatz sei, der zur Verfolgung der Fremden zwinge. Hatte man bis ins dreizehnte Jahrhundert im westlichen Europa die Juden gesucht, so trachtete man von da an immer mehr, ihnen das Leben zu verleiden, ihnen ihre Rechte zu verkürzen; man misshandelte sie, plünderte, vertrieb sie, wenn man sie nicht einfach totschlug. Wo ihnen noch eine armselige Existenz gewährt wird, engt man ihre Tätigkeit in jeder Weise ein. Der große Handel wird ihnen genommen, die Möglichkeit, Grundbesitz zu erwerben, ein Handwerk auszuüben. Nichts bleibt ihnen übrig als Wucher und zwerghafter Trödel- und Hausierhandel. Der Schacherjude als Typus der jüdischen „Rasse“ wird durch christliche Milde geboren.
Nur als Kuriosum sei hier bemerkt, dass in diese Zeit der schlimmsten Verfolgungen auch das Verbot für die Juden fällt, Freudenhäuser zu besuchen. So erließ die Königin Johanna I. ein solches Verbot 1347 für Avignon. Die fromme und tugendhafte Monarchin behielt das Privilegium des Bordellbesuchs den guten Christen vor. Dauerte dies Privileg bis ins sechzehnte Jahrhundert, dann verwandelte es sich in vergrößerte Anwartschaft der Christen auf Syphilis (vergl. Lecky, Geschichte des Geistes der Aufklärung, S. 399). Dafür wurde den Christen verboten, sich von jüdischen Ärzten heilen zu lassen.
Man sieht, die christliche Gesundheit wurde durch die Judenverfolgungen nicht gehoben.
Das Aufkommen des modernen Staates brachte den Juden zunächst keine Erleichterung. Wohl dämmte seine starke Polizeigewalt die ungeregelten Plünderungen erheblich ein – die Plünderung der Untertanen wurde jetzt ein Staatsmonopol, ausgeübt in der Form von Steuern.
Dafür zeigte sich aber auch dieselbe Staatsgewalt sehr argwöhnisch gegenüber allen autonomen Körperschaften. Jede Selbständigkeit, jedes Abweichen von der durch die Staatsgewalt festgesetzten Denkweise wurde verpönt und oft grausam bestraft. So sollte auch die Religion des Landesherrn bestimmend sein für das religiöse Empfinden aller seiner Untertanen. Wo die Juden schwach und gering an Zahl waren, machte ihre religiöse Eigenart noch hingeben. Wo sie eine Macht darstellten, wurden sie nun auch von der Staatsgewalt aufs brutalste misshandelt, oft vertrieben. Das war namentlich der Fall in Spanien und Portugal. Aus dem ersteren Lande wurden 1492 Hunderttausende verjagt und andere Hunderttausende in Zwangschristen verwandelt. Kurz darauf geschah das gleiche in Portugal.
Erst das Erstarken des industriellen Kapitals erzeugte eine dem Judentum günstigere Stimmung.
Das industrielle Kapital kommt auf nicht bloß im Gegensatz zum feudalen Grundbesitz und dem zünftigen Handwerk, sondern auch im Gegensatz zu Handelskapital und Geldkapital. Diese streben nach staatlicher Privilegierung, das Industriekapital nach freier Konkurrenz in ihren Reihen. Je größer die Konkurrenz unter den Kaufleuten und den Kreditgebern, umso besser gedeiht die Industrie. Es lag in ihrem Interesse, dass jüdische Händler und jüdische Geldleute in Wettbewerb mit christlichen traten, dass die Schranken fielen, die jene fernhielten. Das passte sehr gut zu dem allgemeinen Streben nach Aufhebung der mittelalterlichen Korporationen. Das Ghetto gehörte auch zu ihnen. Sie mussten alle fallen im Interesse der raschesten Entwicklung des Kapitalismus.
Der industrielle Kapitalismus unterscheidet sich vom Handwerk der Feudalzeit aber nicht nur dadurch, dass er alle zünftigen Schranken durchbrechen muss, sondern auch dadurch, dass er an Stelle der herkömmlichen Routine die Anwendung der Wissenschaft setzt. Gleichzeitig entwickelt sich die Notwendigkeit des Zeitungswesens. Aus diesen und anderen Gründen, die auseinanderzusetzen zu weit führen würde, stieg der Bedarf an Intellektuellen aller Art. Das Angebot an solchen, das der feudale Staat erzeugte, war gering. Es wurde für die Bedürfnisse der Wissenschaft und des Kapitals noch eingeschränkt durch die Kirche, die zahlreiche Intelligenzen verbrauchte. Befreiung der jüdischen Intelligenz und Einstellung des ununterbrochenen Aderlasses, den die Kirche, namentlich die katholische mit ihrem Zölibat, an der nichtjüdischen Intelligenz übte, wurde ein Bedürfnis für die heraufkommende Produktionsweise.
Bei allen diesen Bestrebungen sah sich der industrielle Kapitalismus immer mehr gehemmt nicht nur durch den feudalen Grundbesitz, das zünftige Handwerk, die Kirche, die privilegierten Schichten unter den Intellektuellen, die Handelskorporationen, die hohe Finanz, sondern auch durch die Staatsgewalt selbst, die von jenen Klassen beherrscht wurde und ihre Machtmittel in deren Interesse anwandte.
Nur durch den Umsturz dieser Gewalt vermochte der Weg für die rascheste Entfaltung der neuen Produktionsweise geebnet zu werden. Dabei fand der industrielle Kapitalismus Alliierte nur in den unteren Klassen, dem Proletariat und der Bauernschaft sowie in jenen Schichten des Kleinbürgertums und der Intelligenz, die nicht zu den privilegierten gehörten und die nur durch die Beseitigung aller Privilegien vorwärtskommen konnten. So entstand die moderne Demokratie mit ihrer Proklamierung der Gleichheit aller Wesen, die ein menschliches Antlitz tragen. Die natürliche Konsequenz war das Streben nach Emanzipation des Judentums, aber auch die Allianz zwischen den energischen, kampffähigen Elementen des Judentums und der Revolution. Nur durch die Revolution war es zu befreien.
Jener negierende, zersetzende, kritische Geist, der ein natürliches Merkmal der jüdischen Rasse sein soll, er ist das naturnotwendige Ergebnis der sozialen und politischen Lage des Judentums, die es ausschloss von allen Vorteilen der bestehenden Gesellschaft, die es ihre Nachteile aufs schärfste fühlen ließ. Ist dieser Geist ein Rassenmerkmal, dann gehört er zu den Rassenmerkmalen jeder unterdrückten und ausgebeuteten Klasse.
Die Befreiung des Judentums kam in der großen Französischen Revolution und ihren Ausläufern. Sie wurde eingeleitet durchwachsende Duldung der Juden in den fortgeschrittensten kapitalistischen Staaten, zuerst Holland, dann England, seit dem siebzehnten Jahrhundert, was viel spanische und portugiesische jüdische oder scheinchristliche Kapitalisten hinzog. Der Jude wurde schließlich gleichberechtigt mit seinen Mitbürgern. Damit setzte sofort sein rascher Aufstieg in der kapitalistischen Gesellschaft ein, deren Bedürfnissen er so vollkommen angepasst war, im Handel, im Bankwesen, in der Journalistik, der Medizin, der Rechtsanwaltschaft. Aber zugleich auch seine Anpassung an die nichtjüdische Gesellschaft, seine Assimilierung.
Sie erfolgte in der Sprache; der moderne Jude hört auf zu jüdeln. Dann im Ritus. Die Speisegebote und Festtagsgebote, die ehedem den Juden vom Nichtjuden trennten, eine so tiefe Kluft zwischen ihnen bildeten, hören auf, für den Juden bestimmend zu sein. Immer mehr Juden treten aus ihrer religiösen Gemeinschaft aus. Zollschan weist auf eine Schätzung des Lizentiaten de la Roy hin, wonach im neunzehnten Jahrhundert mehr als 200.000 Juden getauft wurden, wobei die Übertritte zu Dissidenten und die Taufen von Kindern aus Mischehen nicht gerechnet wurden. Und die Neigung, aus dem Judentum auszutreten, wächst!
In Wien zählte man jährlich:
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Zeitraum |
Austritte |
Ein Austritt |
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1880–1890 |
330 |
359 |
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1896–1900 |
511 |
288 |
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1900 |
607 |
249 |
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1908 |
643 |
– |
Zollschan gibt diese und noch zahlreiche andere Zahlen und kommt zu folgendem Schlusse:
Fassen wir alles zusammen, so zeigt sich in der Gegenwart ein erhebliches Anschwellen der Taufziffern in den westlichen Ländern. Das Judentum in Österreich (ohne Galizien) verliert jährlich mehr als 2, in Deutschland mindestens 1, in Ungarn etwa ¾ pro Mille seiner Anhänger an das Christentum. Dagegen hält das große Judenghetto in Russland und Galizien den christlichen Einflüssen stand und erleidet nur unerhebliche Abbröckelungen. [5]
Noch weit größer als die Zahl der Juden, die aus ihrer religiösen Gemeinschaft austreten, ist jedoch die Zahl jener, die zwar in ihr verbleiben, doch ihre religiöse Praxis und ihr religiöses Denken gänzlich aufgeben. Dasselbe ist gleichzeitig der Fall mit der großen Mehrheit der nichtjüdischen städtischen Bevölkerung, die auch innerhalb der überlieferten Religionsgemeinschaften gewohnheitsmäßig verbleibt, ohne an deren religiösem Leben noch den geringsten Anteil zu nehmen. Die religiöse Assimilierung der Juden in Westeuropa macht rasche Fortschritte nicht dadurch, dass die Juden christlichen oder die Christen jüdischen Glauben annehmen, sondern dadurch, dass beide Teile dem gleichen Unglauben und der gleichen religiösen Gleichgültigkeit anheimfallen.
Das tritt auch zutage bei den Mischehen. Ihre Zahl nimmt rasch zu. So betrugen die Mischehen zwischen Juden und Nichtjuden:
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In Preußen |
Durchschnitt |
Prozent der rein |
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1875–1884 |
10,1 |
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1885–1894 |
12,4 |
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1895–1899 |
16,9 |
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1900–1904 |
19,3 |
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1905 |
23,6 |
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1906 |
23,3 |
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1907 |
25,6 |
In den Großstädten mit zahlreichen Juden ist die Zahl der Mischehen besonders groß oder in raschem Wachstum begriffen.
So zählte man:
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Im Durchschnitt |
Mischehen zwischen Juden und Nichtjuden |
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In Berlin |
1901–1904 |
35,4 |
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In Frankfurt a. M. |
1905 |
44,4 |
|
In Hamburg |
1905 |
22,5 |
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|
1906 |
26,0 |
|
1907 |
19,6 |
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1908 |
30,7 |
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In Amsterdam |
1903–1905 |
49,5 |
|
|
1899 |
8,1 |
|
1900 |
8,8 |
|
|
1901 |
11,3 |
|
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1902 |
13,6 |
|
|
1903 |
20,1 |
Namentlich die Zahlen für Amsterdam zeigen ein rapides Anwachsen. In Italien, Frankreich, England, den Vereinigten Staaten fehlt e konfessionelle Statistik. Zollschan bemerkt mit Trauer, dass in diesen Ländern, wo die Juden vollste Freiheit haben, „der Auflösungsprozess der autochthonen Judenschaft in vollem Gange ist“. [6] In den sozial höherstehenden Judenfamilien Italiens sei es „fast Regel geworden, die Kinder nur mit Christen zu verheiraten“.
Darauf deuten auch die Ziffern aus dem bis vor kurzem noch österreichischen, aber stets stark italienischen Triest hin. In Österreich unterlagen Mischehen starken Beschränkungen. Sie waren nur zwischen Juden und Konfessionslosen möglich. Und Eheschließungen, bei denen der jüdische wie der christliche Teil konfessionslos war, wurden nicht als Mischehen verzeichnet.
Bei alledem betrugen in Triest die Mischehen:
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Prozent der rein |
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1877–1890 |
33,3 |
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1891–1895 |
38,5 |
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1896–1899 |
41,6 |
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1900–1903 |
61,4 |
Das ist freilich im Lande der „schwarzen“ Italiener. Aber, o Grauen, im Lande der blondesten Edelmenschen ist ohne alle Rücksicht auf Sombarts heiligste Gefühle der „schwarzblonde Mischmasch“ am ärgsten. In Kopenhagen betrugen die Mischehen zwischen Juden und Nichtjuden:
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Prozent der rein |
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1880–1889 |
55,8 |
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1890–1899 |
68,7 |
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1900–1905 |
82,9 |
Dementsprechend konstatiert Zollschan:
Es zeigt sich, dass die jüdische Bevölkerung Dänemarks sich in den 60 Jahren von 1840 bis 1901 nicht vermehrt hat, sondern absolut und noch mehr relativ zurückgegangen ist. 1840 waren noch 0,3, 1901 nur noch 0,14 Prozent der Gesamtbevölkerung jüdisch. Der Anteil der Juden war also um mehr als die Hälfte gesunken. Der Grund ist neben geringer Kinderzahl hauptsächlich in den zahlreichen Mischehen zu suchen, durch welche die dänischen Juden allmählich von der christlichen Bevölkerung aufgesogen werden. (S. 478)
Das Beispiel Italiens und Dänemarks zeigt uns, wie richtig jene Vorkämpfer der Judenemanzipation gerechnet hatten, die von ihr das völlige Aufgehen des Judentums in den Völkern, unter denen es lebt, erwarteten. Zollschan hat recht: Nur im Ghetto, in erzwungener Abgeschlossenheit von ihrer Umgebung und unter politischem Druck, unter Rechtlosigkeit und Feindseligkeit erhält sich das Judentum inmitten anderer Völker. Es löst sich auf, verbindet sich mit seiner Umgebung, verschwindet, wo der Jude als Freier und Gleicher betrachtet und behandelt wird.
Es gibt nur noch eine einzige Lebensquelle des Judentums, damit aber auch der „jüdischen Gefahr“, das heißt der Gefahr, dass die Nichtjuden von den Juden im kapitalistischen Konkurrenzkampf zurückgedrängt werden. Diese Lebensquelle der jüdischen Gefahr ist der Antisemitismus.
1. Ignaz Zollschan, Das Rassenproblem unter besonderer Berücksichtigung der theoretischen Grundlagen der jüdischen Rassenfrage, Wien: W. Braumüller, 1912, S. 353.
2. Ignaz Zollschan, Das Rassenproblem unter besonderer Berücksichtigung der theoretischen Grundlagen der jüdischen Rassenfrage, Wien: W. Braumüller, 1912, S. 355.
3. Georg Ludwig von Maurer, Geschichte der Städteverfassung in Deutschland, Erlangen: F. Enke, 1869–71. II, S. 232.
4. Ignaz Zollschan, Das Rassenproblem unter besonderer Berücksichtigung der theoretischen Grundlagen der jüdischen Rassenfrage, Wien: W. Braumüller, 1912, S. 230. (The source for this quote could not be found)
5. Ignaz Zollschan, Das Rassenproblem unter besonderer Berücksichtigung der theoretischen Grundlagen der jüdischen Rassenfrage, Wien: W. Braumüller, 1912, S. 473.
6. Ignaz Zollschan, Das Rassenproblem unter besonderer Berücksichtigung der theoretischen Grundlagen der jüdn Rassenfrage, Wien: W. Braumüller, 1912, S. 477.
Zuletzt aktualisiert am 5. November 2026