> David Rjasanow: Vorwort zur MEGA (April 1927)

David Rjasanow

Vorwort zur Marx-Engels-Gesamtausgabe
(MEGA¹) [1]

(April 1927)


David Rjasanow: Vorwort zur Gesamtausgabe. In Marx-Engels-Gesamtausgabe (MEGA¹), Bd. 1, Frankfurt/Main 1927, S. IX–XXVII.
Transkription: Daniel Gaido.
HTML-Markierung: Einde O’Callaghan für das Marxists’ Internet Archive.


Die Veranstaltung einer Gesamtausgabe der Werke von Marx und Engels ist ein so dringendes Bedürfnis, dass die Notwendigkeit eines solchen Unternehmens nicht ausführlich nachgewiesen werden muss.

Die Grundideen Marxens und Engels’ haben die gesamte internationale Arbeiterbewegung befruchtet. In allen zivilisierten Ländern, in denen sich eine Klassenorganisation des Proletariats entwickelt, geschieht dies mehr oder weniger ausdrücklich unter dem Banner des Marxismus. Marx und Engels haben der geistigen Entwicklung mehrerer Geschlechter in verschiedenen Ländern, bis jetzt in erster Linie in Deutschland und Russland, einen unaustilgbaren Stempel aufgedrückt. Kein Gebiet der gesellschaftlichen und historischen Wissenschaften, das nicht den mächtigen Einfluss der beiden großen Denker erfahren hätte, deren Theorien nach ihrem Tode mehrmal »vernichtet« wurden, aber stets zu neuem Leben auferstanden.

Um aber die Entstehung und Ausbildung der Ideen, die Marx und Engels in den historischen Prozess hineingebracht haben und die ihrerseits zu mächtigen ideellen Triebkräften dieses Prozesses selbst geworden sind, genau verfolgen und von dem Wirken der beiden Forscher und Kämpfer ein Gesamtbild erhalten zu können, müssen wir sämtliche Zeugnisse sowohl ihrer theoretischen Arbeit als auch ihrer praktischen und organisatorischen Tätigkeit vor uns haben.

Dass eine vollständige Ausgabe der Werke der beiden Begründer des wissenschaftlichen Sozialismus, der Verkünder und Wegweiser des proletarischen Emanzipationskampfes, bis auf den heutigen Tag noch aussteht, wird immer fühlbarer bei allen wissenschaftlichen Untersuchungen, die auf das Verständnis ihrer Weltanschauung, auf die Erfassung ihrer Lehren gerichtet sind. Ein allseitiges wissenschaftliches Studium ihrer theoretischen und praktischen Lebensarbeit wird erst möglich sein, wenn ihre gesamte geistige Hinterlassenschaft in einer kritischen Gesamtausgabe reproduziert und zusammengefasst vorliegen wird.

Trotz der ungemein reichen und immer noch wachsenden Literatur, die sich direkt mit der Weltanschauung und den Theorien von Marx und Engels befasst, sind ihre Werke noch immer nur in einzelnen, verschiedene Zwecke verfolgenden Teileditionen verstreut – ja ein großer Teil ihres Lebenswerkes ist unbekannt und der Forschung unzugänglich.

Allerdings hat es an Versuchen, gewisse Stücke des literarischen Nachlasses von Marx oder von Marx und Engels herauszugeben, nicht gefehlt. Schon vor 75 Jahren tauchte der Plan auf, Marxens »gesammelte Aufsätze« aus dem Zeitraum von 1842 bis 1851 herauszugeben. Dieser erste Versuch rührt von dem ehemaligen Revolutionär und Kommunisten Hermann Becker her (dem sogenannten »roten Becker«, dem späteren nationalliberalen Oberbürgermeister von Köln).

Nach Eingehen seiner Westdeutschen Zeitung (im Juli 1850) und gleich darauf des Westdeutschen Anzeigeras schlägt Becker – damals Mitglied der von London nach Köln verlegten Zentralbehörde des Bundes der Kommunisten – Marx vor, seine Aufsätze aus den vierziger Jahren herauszugeben. Marx akzeptiert den Plan, und die Vorarbeiten beginnen etwa November 1850. Ende dieses Jahres schreibt Becker an Marx nach London:

»Gern hätte ich Dir zu Weihnachten den ersten Bogen geschickt. Die schändliche Misere, in die ich hineingeraten bin, hat mich aufgehalten. Mein wahres Faktotum, Baute, hat mir die Polizei ausgewiesen, eben weil es mein alter ego ist. Ich musste übrigens noch Durchschüsse machen lassen, die erst gegen Neujahr fertig werden. Vom ersten Januar an werden aber zwei Setzer kontinuierlich an den Gesammelten Aufsätzen arbeiten.« [2]

Was für Schwierigkeiten – nicht nur technischer und finanzieller Natur – dem Unternehmen im Wege standen, sieht man aus den übrigen Briefen von Becker an Marx:

»Vorwärts gehts – so lesen wir in einem Briefe vom 27. Januar 1851 – aber verzweifelt langsam. Köln, das große Dorf, ist für den Buchverkehr ein schändlicher Ort. Drei Bogen stehen in Formen, können aber nicht gedruckt werden, weil es kein Papier gibt. Seit ersten Januar bis jetzt liegt meine Druckerei fast still. <...> Anliegend ein Korrekturblättchen, was mir gerade zur Hand ist. Auf Andringen von Daniels und Bürgers habe ich das Format etwas geändert, wie die beiden sagen, ansehnlicher gemacht. Übrigens ist ein Mangel an einem Exemplar der Alten Rheinischen Zeitung sehr fatal.« [3] Und erst am 1. März [4] teilte er Marx mit: »Das Beiblatt zu Nr. 125 der Alten Rheinischen Zeitung ist mit unendlichen Mühen bei Dagobert Oppenheim aufgetrieben.« [5]

Die öffentliche Ankündigung – ein Prospektblatt – wird unter dem 15. April ausgegeben. Daraus erfahren wir die Einzelheiten des Verlagsplans:

»Marx’ Arbeiten sind teils in besonderen Flugschriften, teils in periodischen Schriften erschienen, jetzt aber meistens gar nicht mehr zu bekommen, wenigstens im Buchhandel vergriffen.

»Der Herausgeber glaubt deshalb, dem Publikum einen Dienst zu erweisen, wenn er mit Bewilligung des Verfassers diese Arbeiten, welche gerade ein Dezennium fassen, zusammenstellt und wieder zugänglich macht.

»Der Plan ist auf zwei Bände berechnet; der Band wird 25 Bogen umfassen. Dem zweiten Band wird Marx’ Porträt beigegeben. Die, welche bis zum 15. Mai 1851 auf diese Bände subskribieren, erhalten solche in 10 Heften à 8 Silbergroschen. Nach diesem Termin tritt der Ladenpreis, 1 Thaler 15 Silbergroschen, ein.

»Der erste Band wird Marx’ Beiträge zu den Anekdota von Ruge, der (alten) Rheinischen Zeitung (namentlich über Pressefreiheit, Holzdiebstahlsgesetz, Lage der Moselbauern usw.), den Deutsch-Französischen Jahrbüchern, dem Westfälischen Dampfboot, dem Gesellschaftsspiegel usw. und eine Reihe von Monographien enthalten, die vor der Märzrevolution erschienen, aber ›leider‹ heute noch passen.«

Nur die erste Lieferung des ersten Bandes, das 1. Heft, ist, fünf Bogen stark, erschienen. Sie enthält die Bemerkungen über die neueste preußische Zensurinstruktion aus den Anekdota, aus der Rheinischen Zeitung zum größten Teil die Kritik der Pressedebatten auf dem 6. Rheinischen Landtag, die mitten in einem Satze abbricht.

Wenn wir sagen: erschienen, so ist dies vielleicht zuviel gesagt. Sicher ist nur, dass diese erste Lieferung, heute zu den größten Seltenheiten gehörig – wir wissen nur von einigen Exemplaren –, Ende April gedruckt und geheftet vorlag. Ob sie überhaupt richtig in den Verkehr gebracht wurde, ist zweifelhaft, und dass dies nicht in größerem Ausmaße geschah, ist bestimmt. Marx erhielt am 3. Mai ein Exemplar. »Ein Heft von meinem Dreck ist hierher gelangt« [6], schrieb er an Engels. Bald nach der Drucklegung, am 10. Mai, wurde Nothjung, [7] der Emissär des Bundes der Kommunisten, von der Polizei in Leipzig gefasst, und kurz darauf, am 19. Mai, auch Becker, der noch zu Anfang des Monats von einer Erweiterung des ursprünglichen Planes, von der Aufnahme einer deutschen Ausgabe des Anti-Proudhon in die Gesammelten Aufsätze geträumt hatte, in Köln gleichfalls verhaftet. Eine »große Menge«, wohl der größte Teil der ersten Lieferung, lag damals noch bei dem Buchbinder Hartmann, wo sie von der Polizei konfisziert worden ist.

Die auf Fortsetzung dieser Ausgabe gerichteten Anstrengungen des Notariatskandidaten Bermbach – eines geheimen Anhängers von Marx und Vermittlers zwischen ihm und den verhafteten Bundesmitgliedern – blieben ebenso fruchtlos wie Lassalles gleichartige Bemühungen.

So scheiterte der erste Versuch, Marxens gesammelte Aufsätze in Deutschland herauszugeben, zugleich und zusammen mit dem Versuch, den Bund der Kommunisten nach der Niederlage der Revolution von 1848/49 wieder aufzurichten.

Es vergingen mehr als fünfzehn Jahre, bis der alte Plan wieder auftauchte. Den Anlass gab die Fertigstellung des ersten Bandes des Kapital. Schon einige Monate vor dessen Erscheinen, am 27. April 1867, schreibt Engels an Marx:

»Die gesammelten Aufsätze wird Meissner dann schon gern nehmen, und damit ist wieder Geld und ferner auch ein neuer literarischer Erfolg geschaffen. Die Sachen aus der Neuen Rheinischen Zeitung, der 18. Brumaire usw. werden dem Philister jetzt enorm imponieren, und haben wir auf dieser Basis erst wieder etwas Terrain gewonnen, so finden sich auch bald noch allerhand andere erträgliche Geschichten.« [8]

Die Hoffnungen Engels’ gingen nicht in Erfüllung. Mit Meissner wurde nur über die Herausgabe des 18. Brumaire ein Abkommen erzielt.

Für die russische Ausgabe des Kapital, die 1872 erschien, fertigte Marx eine Übersicht der Hauptarbeiten an, die er allein oder gemeinsam mit Engels bis 1867 geschrieben hatte. In dem Briefe an seinen Übersetzer N. Danielson bemerkt er, dass er sie selbst nicht in vollständiger Sammlung besitze. [9]

Nach dem Gothaer Vereinigungskongress der deutschen Sozialdemokratie wurde 1876/77 der Gedanke einer Sammelausgabe erneut aufgenommen; sie sollte diesmal außer Aufsätzen von Marx auch Arbeiten von Engels, der gerade seine Artikel gegen Dühring schrieb, enthalten. Adolf Hepner, damals Buchhändler in Breslau, macht um 1877 Engels den Vorschlag, seine und Marxens Artikel gemeinsam herauszugeben und dazu auch die Heilige Familie, die Lage der arbeitenden Klassen in England und den Anti-Proudhon zu nehmen.

Das Sozialistengesetz verhinderte die Verwirklichung dieses Plans, noch bevor er bestimmtere Formen angenommen hatte.

Es ist dann Marxens Tod, der die Herausgabe seiner Werke wiederum auf die Tagesordnung stellt. Die ersten russischen Sozialdemokraten – Plechanov, Axelrod, Sassulich – schlagen in ihrer Begrüßungsadresse an den Kopenhagener Kongress (Ende März 1883) der deutschen Sozialdemokratie vor, »die Initiative ... zur Sammlung eines Fonds für eine Volksausgabe sämtlicher Schriften« von Marx zu ergreifen.

Ein Jahr nachher (27. April 1884) bemüht sich auch Rudolf Meyer, Engels zur Veröffentlichung einer Gesamtausgabe von Marxens zerstreuten Aufsätzen zu veranlassen.

Im Mai 1885 trägt sich Hermann Schlüter, damals administrativer Leiter des Züricher Sozialdemokrat, mit dem Plan, in der bekannten von ihm redigierten Serie Sozialdemokratische Bibliothek ein Bändchen mit dem Titel Kleine Schriften und Aufsätze von Marx herauszugeben. Er erbittet dazu Engels’ Einwilligung und Hilfe. Engels, der gleich nach Marxens Tod sich an die Bearbeitung der Kapital-Manuskripte gemacht hatte, erklärt jedoch nur den gesonderten Abdruck einzelner kleinerer Schriften für zeitgemäß; einige davon sind dann mit Vorreden von ihm tatsächlich im Hottingen-Züricher Parteiverlag erschienen.

Sofort nach dem Fall des Sozialistengesetzes hielten es führende Mitglieder der deutschen Partei für notwendig, außer der Gesamtausgabe der Werke von Lassalle, die im Auftrage des Parteivorstands, besorgt von Eduard Bernstein, 1891–1893 erschien, [10] auch die Werke von Marx gesammelt herauszugeben. Engels wird von allen Seiten bestürmt, einer Auswahlausgabe zuzustimmen und solche Bestrebungen zu unterstützen. Zunächst will sich Wilhelm Liebknecht in Gemeinschaft mit Paul Ernst der Sache annehmen. Engels äußert sich jedoch auf das entschiedenste gegen den Plan:

»Entweder willst Du alles drucken – schreibt er an Liebknecht am 18. Dezember 1890 – worauf der Name Marx steht, oder aber – soll es der Anfang der von Dir mit Paul Ernst geplanten ›Gesamtausgabe‹ in Broschüren, resp. Heften sein? Dagegen protestiere ich schon hier und werde es auch fernerhin tun.« [11] Er bittet weiter, ihn in Ruhe zu lassen, bis er mit der Arbeit am dritten Bande des Kapital fertig sei.

Engels betrachtet die Veranstaltung einer Gesamtausgabe der Werke von Marx als seine ureigenste Aufgabe, die er aber bis zum Abschluss des Kapital zurückzustellen gezwungen ist. Darum weist er auch 1891/92 die Anfragen und Vorschläge Paul Singers und Richard Fischers ab, die im Berliner Parteiverlag die kleineren Arbeiten Marxens gesammelt herauszugeben planen, und eine nicht minder entschiedene Abfertigung holt sich der Leiter des Stuttgarter Verlags J.H.W. Dietz. Die Wünsche Victor Adlers (in seinen Briefen an Engels vom 25. August und 22. September 1892) vermögen Engels ebenso wenig zu einer Aufgabe seines Standpunktes in dieser Frage zu bewegen. Er arbeitet rastlos weiter am Kapital und unterstützt nur die Einzelausgaben einiger Schriften.

Kaum wurde bekannt, dass Engels endlich den dritten Band des Kapital in Druck gegeben hatte, als Richard Fischer, der damalige Leiter des Vorwärts-Verlags Engels wiederum (am 27. Januar 1894) den Vorschlag machte, seine und Marxens Werke in einer großen Ausgabe – in Lieferungen – an die Öffentlichkeit zu bringen.

Engels fand den Vorschlag in dieser Form nicht zeitgemäß und nicht annehmbar. Den Plan einer großen Ausgabe – dies seine Antwort – möge Fischer bis auf weiteres ruhen lassen, schon weil zu befürchten sei, dass bei einer Annahme der Umsturzvorlage mit Zensurschwierigkeiten gerechnet werden müsse. »Am allerwenigsten könnte ich mich dazu verstehen, an Marx’ und meinen alten Arbeiten eine wenn auch noch so geringe Kastrierungsprozedur behufs Anpassung an momentane Presseverhältnisse zuzulassen. Da wir aber sehr ungeniert geschrieben haben und alle Augenblicke Dinge gerechtfertigt, die in kaiserlich deutschen Landen Vergehen und Verbrechen sind, wäre ein Neudruck in Berlin nach Annahme jenes Mustergesetzes keineswegs ohne viel Streicherei möglich« (Engels an Fischer, 15. April 1895). [12]

»Zweitens aber« – heißt es weiter im selben Briefe – »habe ich den Plan, Marx’ und meine kleineren Sachen in einer Gesamtausgabe, wieder ins Publikum zu bringen, und zwar nicht in Lieferungen, sondern gleich in ganzen Bänden. Ich habe darüber auch schon mit August [Bebel] korrespondiert, und sind wir wegen der Sache noch in Verhandlung.« [13]

Vorläufig wollte Engels sich nur auf die Herausgabe einiger Marxscher Artikel aus der »vorsozialistischen Periode« seiner Tätigkeit beschränken. Bei der Sammlung dieser Arbeiten half ihm übrigens auch Mehring [14], dem nach dem Tode von Engels die Herausgabe der Werke der beiden Begründer des wissenschaftlichen Sozialismus übertragen wurde.

Die Ausgabe Mehrings [15] war im vollen Sinne des Wortes epochemachend für die Geschichte der Marxforschung. Vortreffliche Kommentare brachten zum erstenmal aus den verschiedensten Quellen das wichtigste Material für die Biographie von Marx und Engels. Das, was Mehring für seine vornehmste Aufgabe gehalten hatte – »das historische Milieu, in dem Marx und Engels wirkten, zu schildern, Farbe und Ton der Zeit wieder heraufzubeschwören, worin diese Schriften einmal gelebt haben« [16] – war ihm glänzend gelungen. Für den Zeitraum von 1841 bis 1850 galt bis vor kurzem die Mehringsche Ausgabe als das eigentliche Quellenwerk für die Kenntnis von Marx und Engels. Und doch, bei all ihrem literarischen Wert war diese Ausgabe sogar für jene Periode, deren Erfassung sie sich zum Ziele gesetzt hatte, nicht vollständig.

Lassen wir Mehring das Wort:

»Eine wissenschaftliche Gesamtausgabe der Schriften, die Karl Marx und Friedrich Engels hinterlassen haben, wäre eine so wünschenswerte Sache, wie sie in absehbarer Zeit eine unmögliche Sache ist. Für ihre würdige Herstellung ist noch eine Reihe von Vorarbeiten notwendig, die von keinem einzelnen, und selbst von mehreren nicht binnen kurzer Frist erledigt werden können.

»Eine dieser Vorarbeiten, und nicht mehr, soll die vorliegende Sammlung der Arbeiten sein, die Marx und Engels in den vierziger Jahren veröffentlicht haben. Ich sage: veröffentlicht, denn was sie im ersten Jahrzehnt ihrer öffentlichen Wirksamkeit geschrieben, aber freiwillig oder gezwungen im Schreibtische zurückbehalten haben, ist mit einer Ausnahme nicht berücksichtigt worden. Diese eine Ausnahme bildet die Doktordissertation von Marx, die auf seine bisher so gut wie unbekannten Anfänge ein zu helles Licht wirft, als dass sie übergangen werden dürfte. Was mir sonst aber von dem schriftlichen Nachlass beider Männer aus vormärzlicher Zeit bekannt ist und zur Verfügung gestanden hat, gibt nur eine Ergänzung und, soweit ich darüber zu urteilen vermag, eine nicht eben bedeutsame Ergänzung zu dem, was sie veröffentlicht haben; es gehört unzweifelhaft in eine Gesamtausgabe ihrer Schriften oder in eine besondere Publikation, aber nicht in eine Sammlung, die zunächst einmal die Kundgebungen zusammenfassen will, mit denen Marx und Engels tatsächlich in die historische Entwicklung der vierziger Jahre eingegriffen haben«. [17]

Die Ausnahme, von der Mehring spricht, ist die Arbeit Marxens über Epikur und Demokrit. Aber bereits zwei Jahre nach dem Erscheinen der Mehringschen Ausgabe veröffentlicht Bernstein aus dem literarischen Nachlass von Marx und Engels ein so bedeutsames Werk wie den Sankt Max, das zudem erst einen Teil des großen Manuskripts darstellt, in welchem die deutsche Ideologie der vierziger Jahre der Kritik unterzogen wurde. [18] Das, was Mehring nur als »eine nicht eben bedeutsame Ergänzung« angesehen hatte, erwies sich deshalb als überaus wichtig, weil es ein »helles Licht auf bisher so gut wie unbekannte« Momente des Übergangs vom »realen Humanismus« zum wissenschaftlichen Sozialismus wirft.

Aber die Mehringsche Ausgabe war auch von dem Standpunkt aus unvollständig, den Mehring selbst bei der Sammlung der »literarischen Kundgebungen« Marxens und Engels’ eingenommen hatte. Man kann noch jene Erwägungen verstehen, die ihn veranlassten, aus seiner Sammlung Arbeiten wie das Elend der Philosophie oder das Kommunistische Manifest auszuschließen. Mehring musste mit den Forderungen eines so eigensinnigen Verlegers wie Dietz rechnen, der auf möglichst große Beschränkung des Umfangs eines jeden Bandes bestand und sich weigerte, auf dem Büchermarkt bereits vorhandene Werke wieder abzudrucken. Auf keinen Fall jedoch kann man mit dem Prinzip einverstanden sein, durch das sich Mehring bei der Auswahl solcher Werke von Marx und Engels leiten ließ, die seit 50 Jahren nicht wieder abgedruckt waren.

Hören wir wieder Mehring selbst:

»Auch aus dem verbleibenden Reste, erklärt er, »musste eine Auswahl getroffen werden. Ich gestehe gern, dass mir dieser Teil meiner Arbeit am schwersten gefallen ist; es ist peinlich genug, an den hinterlassenen Schriften solcher Männer den Zensor zu spielen. Allein hier lag eine unerbittliche Notwendigkeit vor, wenn diese Sammlung nicht unmäßig beschwert und gerade der Zweck vereitelt werden sollte, um dessentwillen sie unternommen worden ist, nämlich der Zweck, das Lebenswerk von Marx und Engels in helleres Licht zu stellen.« [19]

Wenn Mehring sich darauf beruft, dass besonders in den von Marx und Engels redigierten Zeitungen manchmal schwer zu entscheiden ist, »was sie verfasst haben und was sie selbst gedacht oder nur für den Druck überarbeitet, verbessert, zurechtgestutzt haben« [20], so hat er damit gewiss recht. Wenn es sich nicht um eine vollständige Ausgabe handelt, dürfen die »Dubiosa« gewiss nicht gebracht werden. Nur hätte Mehring an der Eigenart des Stils und des Inhalts und mit Hilfe von indirekten Beweismomenten die Autorschaft von Marx oder Engels bei vielen von ihm abgelehnten Artikeln feststellen können.

Indes selbst bei der Zusammenstellung der Marxschen Beiträge aus der Rheinischen Zeitung sind sehr wichtige Artikel, deren Urheberschaft ihm nicht nur von Engels, sondern auch von einer Reihe anderer Zeugen bestätigt worden war, Artikel, die ein »helles Licht auf das Lebenswerk von Marx« werfen, von Mehring ohne triftige Begründung ausgelassen worden.

Aber auch eine andere Regel hielt Mehring bei seiner Editionstätigkeit für zulässig, trotzdem sie ihn mit dem Hauptziel seiner Ausgabe – nämlich: dem Leser alle Wurzeln zu zeigen, aus denen der historische Materialismus und der wissenschaftliche Kommunismus sich entwickelt haben – in Widerspruch brachte. Es handelt sich darum, dass Mehring nicht nur unzweifelhaft von Marx und Engels stammende Artikel zuweilen aussondert, sondern Artikel wie größere Schriften redaktionell bearbeitet. Vor allem verkürzt er sie mitunter sehr beträchtlich. Am meisten leiden darunter die polemischen Exkursionen. Marx und Engels haben, so meint Mehring, »um ihrer großen Ziele willen mit sehr kleinen Leuten um sehr kleine Fragen streiten müssen, ohne dass diese kleinen Leute und diese kleinen Fragen dem heutigen Leser vergegenständlicht werden könnten, es sei denn mit einem unbilligen Aufwand an Raum und Zeit.« [21]

Mehring vergaß, was er an einer anderen Stelle seines Vorworts geschrieben hatte: »Jede Rücksicht auf eine populäre Massenwirkung scheidet der Natur der Sache nach von vornherein aus.« [22]

Im Widerspruch zu diesem Prinzip versucht Mehring in dem für die russische Übersetzung seiner Nachlass-Ausgabe geschriebenen Vorwort (1907) sein Kürzungsverfahren gerade mit Rücksichten auf eine »populäre Massenwirkung« zu rechtfertigen. Indem er aber dabei begründen will, warum er nicht noch weiter gegangen sei, weist er selbst die Unzulänglichkeit seines Verfahrens am treffendsten nach. Er schreibt:

»Den Jugendarbeiten Karl Marx’ und Friedrich Engels’ ist häufig der Vorwurf einer galligen, zu händelsüchtigen und zu weitschweifigen Polemik gemacht worden. Diese Anschauung haben auch den beiden Schriftstellern durchaus nicht feindlich gesinnte Kritiker geteilt. Insbesondere richtete sich dieser Vorwurf gegen das umfangreichste dieser Werke, die Heilige Familie, und man kann nicht leugnen, dass der Vorwurf etwas Zutreffendes hat oder wohl wirklich begründet ist. Ich selbst habe mich bemüht, die langweiligen oder für den modernen Leser sogar unverständlichen polemischen Stellen auszulassen, wenngleich auch hierbei natürlich gewisse Grenzen zu beobachten waren. Nur ein völlig verweichlichter Geschmack, den jedes kritische Wort kalt anweht, kann nicht bemerken, dass die ersten Keime des historischen Materialismus und des wissenschaftlichen Kommunismus gerade in den polemischen Teilen der Jugendwerke von Marx und Engels am klarsten zum Durchbruch kommen. Das ist auch bei der Heiligen Familie der Fall, wo neben vielen händelsüchtigen Stellen die glänzendsten Seiten dessen, was der junge Marx geschrieben, enthalten sind. Es ist also unmöglich, sie voneinander zu trennen, weil so vor uns tatsächlich bis in die kleinsten Einzelheiten sich der Prozess jener Selbstverständigung enthüllt, die Marx und Engels mit der flammenden Begeisterung einer nach den höchsten Zielen strebenden Jugend gesucht haben. Ein solcher Prozess ist immer ein Gären des Geistes und kann deshalb nicht von trüben, unklaren Elementen frei sein. Dabei können wir unendlich mehr lernen, wenn wir den vor unseren Augen sich vollziehenden Prozess beobachten, als wenn Marx und Engels uns die Resultate ihrer Forschungen sozusagen in fertigen Kristallen überliefert hätten.« [23]

Das Verfahren, am literarischen Nachlass von Marx und Engels Kürzungen vorzunehmen, kann man kaum entschiedener verurteilen, als dies Mehring selbst hier getan hat. Änderungen und Kürzungen hat nicht nur Marxens Dissertation erlitten, sondern auch eine Reihe anderer Arbeiten von Marx und Engels aus der Rheinischen Zeitung wie aus anderen Zeitschriften der vierziger Jahre.

Neben solcher Ausschaltung oder Kürzung vieler Artikel hat Mehring noch eine dritte Methode, Änderungen anzubringen. Marx und Engels – der erstere in stärkerem Maße – hatten eine besondere Vorliebe für Sperrungen, Anführungszeichen, Kursiv- und Fettschrift. Mehring beschloss, diese typographische »Unsauberkeit« zu beseitigen. Statt alle Anführungszeichen und Hervorhebungen, Fettauszeichnungen, Sperrungen etc. wiederzugeben, tut dies Mehring nur in solchen Fällen, wo sie ihm nicht überflüssig erscheinen. So werden nicht etwa solche Worte unterstrichen oder in Anführungszeichen gebracht, die – mit Recht oder Unrecht – Marx zu unterstrichen oder in Anführungszeichen zu setzen für notwendig hielt, sondern solche, bei denen Mehring diese »Auszeichnungen« angebracht findet.

Mit anderen Worten, einem derartigen Verfahren entspräche es, wenn etwa jemand bei einer Neuausgabe von Beethovens Werken sich erlauben würde, alle musikalischen Ausdruckszeichen fortzulassen oder sie nur da zu setzen, wo sie ihm selbst vernünftig schienen.

Alle diese Methoden, die bei der Edition von Autoren geringeren Ausmaßes als Marx und Engels nicht erlaubt wären, machen die Mehringsche Ausgabe zu einer überaus subjektiven und zwingen, in allen Fällen, wo dies möglich, das Original zu Hilfe zu ziehen. Selbst für eine nicht vollständige, ja nur das Wichtigste umfassende Sammlung der Werke Marxens und Engels’ könnte die Mehringsche Ausgabe schon einfach aus dem Grunde nicht als Basis und Anleitung dienen, weil sie die Hauptbedingung jeder Redaktions- und Editions-Arbeit nicht erfüllt: sie gibt den Originaltext nicht getreu wieder.

Am »subjektivsten« von allen drei Bänden, die Mehring herausgegeben hat, ist der dritte, der die literarische und publizistische Tätigkeit von Marx und Engels aus den Jahren 1848–1850 umfasst. In Wirklichkeit stellt er eine Auswahl und willkürliche Gruppierung von manchmal bedeutend gekürzten Aufsätzen Marxens und Engels’ dar. Schon die erste Durcharbeitung aller Nummern der Neuen Rheinischen Zeitung zeigte, dass aus diesen oder jenen Gründen von Mehring viele Artikel weggelassen worden sind. In einem Falle spielten auch pressegesetzliche Rücksichten eine Rolle. Marxens berühmter Artikel Die Taten der Hohenzollern konnte 1902 in Deutschland nicht wieder abgedruckt werden, da dies dem Verleger einen Majestätsbeleidigungs-Prozess zugezogen hätte. Völlig ausgelassen sind mehrere Artikel von Engels über Frankreich, Italien und Ungarn. Zahlreiche Artikel von Marx, die für die Beurteilung seiner Rolle in der Revolutionsepoche von 1848/49 sehr große Bedeutung haben, sind gleichfalls unbeachtet geblieben.

Allein es gibt noch einen weiteren Grund, der die Mehringsche Ausgabe sogar für die Periode von 1841 bis 1850 zu einer vollständig veralteten macht: in den 25 Jahren, die seit der Publikation des Literarischen Nachlasses von Marx und Engels vergangen sind, hat die Marxforschung nicht wenige Entdeckungen gemacht. Schon Georg Adler zitiert in seiner Geschichte der ersten sozialpolitischen Arbeiterbewegung in Deutschland (1885) einen Artikel aus der Barmer Zeitung, worin mitgeteilt wird, dass Engels in seinen jungen Jahren in Gutzkows Telegraph Briefe aus dem Wuppertal veröffentlichte, Verfasser einer Broschüre gegen Schelling, die gewöhnlich Bakunin zugeschrieben wurde, und ferner eines satirischen »christlichen Heldengedichts« war. Obwohl der Artikel, auf den sich Adler bezieht, im Berliner Volksblatt (dem späteren Vorwärts), d. h. im sozialdemokratischen Organ, im Auszug wiedergegeben wurde, haben sich Kautsky und später Mehring, die Adlers Buch einer vernichtenden Kritik unterzogen, bei Engels nicht erkundigt, wie weit die Mitteilungen der Barmer Zeitung der Wahrheit entsprechen. Wir sind so der einzigen Gelegenheit verlustig gegangen, von Engels selbst noch Ausführliches über seine »vorsozialistische« Entwicklungsperiode zu erfahren; damit ist es uns auch wesentlich schwerer gemacht, die Wurzeln von Engels’ geistiger Entwicklung festzustellen und ihren Zusammenhang mit der deutschen Literatur und Philosophie, mit der Entwicklung der deutschen »bürgerlichen Intelligenz«, die zu republikanischen und kommunistischen Anschauungen vorwiegend aus ideologischen Motiven gelangte, genauer zu fixieren.

Inzwischen hat sich die Mitteilung der Barmer Zeitung als wahr erwiesen. Hauptsächlich dank den Arbeiten Gustav Mayers, die ein neues und helles Licht auf Engels’ Jugendjahre von 1839 bis 1842 werfen, sind uns jetzt die – Mehring zur Zeit seiner Nachlass-Ausgabe noch völlig unbekannten – umfangreichen Jugendarbeiten Engels’ erschlossen. [24]

Aber auch für die von Mehring am besten bearbeitete Zeit von 1844 bis 1848 haben neue Nachforschungen, die ich in alten Zeitschriften, insbesondere französischen, englischen, selbst deutschen vornahm, mehrere Artikel von Marx und Engels zum Vorschein gebracht, ohne die es schwer ist, alle jene Übergangsstadien zu bestimmen, die 1908 durchgeführten kritischen Untersuchung der Anschauungen Marxens und Engels’ über die slavische und Orientfrage habe ich zum erstenmal die amerikanischen, englischen und auch die deutschen Zeitschriften und Zeitungen der fünfziger Jahre einer genauen Durchsicht unterzogen. Es ergab sich hierbei, dass die von Eleanor Marx-Aveling veranstaltete Sammlung der englischen Aufsätze von Marx ebenfalls an großen Unzulänglichkeiten leidet. [25]

Als dann 1909 die Anton-Menger-Bibliothek in Wien mich mit der Herausgabe der Dokumente zur Geschichte der I. Internationale beauftragte, musste ich zur genauen Feststellung der ideologischen und organisatorischen Vorläufer der Internationale wiederum eine Reihe von Zeitschriften und Zeitungen, an denen Marx und Engels mitgearbeitet haben, durchsehen. Insgesamt gelang es mir, einige hundert Artikel von Marx und Engels aufzufinden, darunter zahlreiche geradezu glänzende Arbeiten. Diese Artikel aus der Zeit von 1852 bis 1862 hatte ich in vier Bänden zu publizieren beabsichtigt, aber meine Tätigkeit wurde durch die Revolution von 1917 unterbrochen. Es gelang mir nur, zwei Bände herauszubringen. [26]

Aber schon der ihr gestellten Aufgabe nach konnte diese Edition nicht vollständig sein. Bei der Auswahl musste ich besonders darauf Rücksicht nehmen, dass die Ausgabe in erster Linie für den deutschen Leser veranstaltet wurde. Ich wählte die Aufsätze aus, die für die Charakteristik der Anschauungen Marxens und Engels’ über die wichtigsten Ereignisse der europäischen Geschichte von 1852 bis 1857 das unentbehrliche Material liefern. So sind in diesen Bänden hauptsächlich die Aufsätze zur Geschichte Englands und Frankreichs, weiter auch zur Geschichte des orientalischen Krieges von 1853 bis 1856 enthalten. Von den großen historischen Arbeiten, die nicht zur Geschichte der fünfziger Jahre gehören, publizierte ich nur Marxens Aufsätze über Palmerston und Russel, ferner die hervorragende Arbeit über die spanischen Revolutionen.

Meine Materialsammlung zur Charakteristik der politischen und publizistischen Tätigkeit Marxens und Engels’ – Aufsätze, Reden, Manifeste, Aufrufe – während der Epoche der I. Internationale blieb mit einigen Ausnahmen unveröffentlicht.

Etwas besser stand es mit dem Briefwechsel zwischen Marx und Engels mit den einzelnen Vertretern der internationalen revolutionären und proletarischen Bewegung. Aber nur etwas besser. An erster Stelle steht der formell von Bebel und Bernstein unter Mehrings und meiner Beteiligung herausgegebene, aber in Wirklichkeit nur von Bernstein und Mehring redigierte, vier Bände starke Briefwechsel von Marx und Engels. Leider ist diese Ausgabe als historisches Dokument radikal verdorben durch die enorme Zahl keineswegs gerechtfertigter, dazu nicht einmal kenntlich gemachter Auslassungen und Kürzungen.

Dasselbe ist von den Briefen Engels’ und Marxens an Sorge und den Briefen Marxens an Weydemeyer und Freiligrath zu sagen. Fast kein Brief, der nicht aus diesem oder jenem Grunde gekürzt worden wäre. Am wenigsten ist dies noch der Fall bei den Briefen Marxens an Kugelmann; aber auch aus dieser Gruppe wurde der große Brief Marxens über Lassalle erst vor nicht allzu langer Zeit publiziert.

Eine Ausnahme machen nur die Briefe Marxens und Engels’ an Lassalle, die Gustav Mayer herausgegeben hat, [27] und ihre Briefe an Nikolai-on (N. Danielson), die in russischer Sprache erschienen sind. Die Herausgeber dieser Briefe hatten nicht jene Rücksichten zu nehmen, durch die Bernstein, Kautsky und Mehring gebunden waren den unmittelbaren Anlass dazu, eine internationale Gesamtausgabe der Werke von Marx und Engels in Angriff zu nehmen, die alles Unbekannte gleichwie alles zerstreut und zum Teil ungenau oder unvollständig Veröffentlichte der Wissenschaft allgemein zugänglich machen soll.

Die Sowjetregierung stimmte dem von mir vorgelegten Plan einer solchen Herausgabe der Werke von Marx und Engels zu und bewilligte alle dafür notwendigen Mittel. So konnte der weitaus größte Teil des bei Bernstein und im Archiv der deutschen Sozialdemokratischen Partei befindlichen Nachlasses von Marx und Engels fotografiert werden; außerdem wurden alle Briefe und sonstigen Manuskripte von Marx und Engels fotografiert, die im British Museum, in der New York Public Library, in der Preußischen Staatsbibliothek, im Historischen Archiv Köln, im Friedrich-Wilhelm-Gymnasium Trier, im Archiv der Universität Jena etc. aufbewahrt sind; desgleichen viel anderes Material, das in unmittelbarer Beziehung zur Tätigkeit beider Männer steht und aus den verschiedenen deutschen Archiven stammt. Zwar ist noch nicht alles beigebracht, zwar sind noch nicht alle Hindernisse beseitigt, die einer vollständigen Sammlung des gedruckten und ungedruckten literarischen Nachlasses von Marx und Engels im Wege stehen, aber wir hoffen, dass es uns im Laufe unserer Arbeit noch gelingen wird, auch dasjenige Material, das uns bis jetzt noch nicht zugänglich, dessen Fundstellen uns aber bekannt sind, zur Auswertung zu erhalten. Zwar tauchen auch jetzt noch von Zeit zu Zeit Briefe von Marx oder Engels auf dem Markte auf, aber die Zahl dieser bei einzelnen Personen verborgenen Materialien ist verschwindend im Vergleich zu jenem Grundstock, der von mir schon erfasst werden konnte.

Unsere Ausgabe will vor allem die objektive Grundlage für jede Marx- und Engels-Forschung bieten, d. h. die gesamte geistige Hinterlassenschaft auch alle jene Briefe an sie, die für die Beleuchtung ihrer Persönlichkeit, insbesondere ihrer praktisch-politischen Tätigkeit, irgendein Interesse bieten können. Sämtliche Werke und Briefe werden in der Sprache des Originaltextes gegeben.

Bei der Anordnung der Werke von Marx und Engels verzichteten wir auf ein streng chronologisches Prinzip. Ebenso wenig ging es an, den Stoff nach der logischen Zusammengehörigkeit, nach einzelnen Disziplinen oder Themen zu gliedern. Eine gewisse Kombination der beiden Kriterien war geboten, wobei trotz Abweichungen von der streng chronologischen Reihenfolge der entwicklungsgeschichtliche Standpunkt in erster Linie zur Geltung gebracht wurde.

Wie die meisten Gesamtausgaben trennen auch wir die Mehrzahl der Briefe von den Schriften. Die chronologische Einordnung des Lebenswerkes von Marx, des Kapital, an dem er während des weitaus größten Teils seiner Schaffensperiode gearbeitet hat, ist natürlich nicht möglich; darum musste auch dieses Werk mit allen dazugehörigen, sehr umfangreichen Materialien von den übrigen Schriften getrennt werden.

Wir bringen also das gesamte Material in drei Abteilungen. Selbst in der ersten, auf siebzehn Bände berechneten Abteilung, der alle philosophischen, ökonomischen, historischen und politischen Werke mit Ausnahme des Kapital zugehören sollen, muss die chronologische Folge innerhalb der einzelnen Bände mitunter durchbrochen werden. Wir müssen gegebenenfalls manche Schriften und Artikel, die durch die Einheit ihres Gegenstandes oder ihrer Publikations-Bedingungen miteinander eng verbunden sind, gruppenweise zusammenfassen, auch dann, wenn dadurch die zeitliche Folge gestört wird. Im Großen und Ganzen bleibt jedoch in dieser Abteilung der entwicklungsgeschichtliche Standpunkt das bestimmende Prinzip der Anordnung.

Wenn wir auch nur annähernd den Zeitpunkt bestimmen können, an dem die persönliche Bekanntschaft Marxens und Engels’ beginnt, ist es doch unzweifelhaft, dass ihrer gemeinsamen Arbeit eine Periode vorangeht, in der sie völlig selbständig und voneinander unabhängig am Umgestaltungsprozess der ideellen Erbschaft der deutschen klassischen Philosophie und Literatur arbeiten, um erst von einer gewissen Etappe an ihr Werk gemeinsam fortzuführen. Wir wissen jetzt, dass Engels die literarische Laufbahn früher als Marx betreten hat; trotzdem, als sie Anfang 1844 in unmittelbaren Ideenkontakt traten, war es Marx, der als erster den Gedanken des proletarischen Kommunismus formulierte; dass, mit Engels zu sprechen, »die ausgebeutete und unterdrückte Klasse (das Proletariat) sich nicht mehr von der sie ausbeutenden und unterdrückenden Klasse (der Bourgeoisie) befreien kann, ohne zugleich die ganze Gesellschaft für immer von Ausbeutung, Unterdrückung und Klassenkämpfen zu befreien.« [28] Aus jener Gruppe der linken Hegelianer und Feuerbachianer, der Marx und Engels gleicherweise bereits 1841/42 angehören, tritt Engels früher als alle in den Ideenbund mit Marx, um auf der von Marx gewonnenen Basis mit ihm gemeinsam die neue Weltanschauung auszuarbeiten. Mit den Deutsch-Französischen Jahrbüchern beginnt auch die geistige Einwirkung Engels’ auf Marx.

Um das Studium jener »Anteile« zu erleichtern, die Marx und Engels zum gemeinsamen Werke beigesteuert haben, widmen wir die zwei ersten Bände unserer Gesamtausgabe der literarischen Leistung beider je gesondert, bis zu den Deutsch-Französischen Jahrbüchern einschließlich. Als Ausnahme – um diese Periode mit den beiden Bänden ganz abzuschließen – geben wir hier auch eine Anzahl von Dokumenten und sämtliche chronologisch hierher gehörigen, übrigens verhältnismäßig nicht zahlreichen Briefe von und an Marx bei.

Vom dritten Bande ab bringen wir für jede Periode alle dahingehörigen Arbeiten Marxens und Engels’ zusammen.

Im dritten Bande werden alle Werke und Aufsätze enthalten sein, die Marx und Engels nach den Deutsch-Französischen Jahrbüchern bis zum Frühling 1845 geschrieben haben. Sie gruppieren sich alle um die Heilige Familie und die Lage der arbeitenden Klasse in England. In dieser Periode basiert der Kommunismus von Marx und Engels noch immer auf der Philosophie des »realen Humanismus«; sie sind insofern noch beide Feuerbachianer.

Der vierte Band wird die 1845/46 geschriebene Deutsche Ideologie enthalten, die erste von Marx und Engels gemeinsam geschriebene Arbeit, worin sie, wie Marx im Vorwort Zur Kritik der politischen Ökonomie schreibt, »beschlossen, den Gegensatz ihrer Ansicht gegen die ideologische der deutschen Philosophie gemeinschaftlich auszuarbeiten«. Diese Schrift wurde nicht gedruckt und ist bis heute nur in Bruchstücken bekannt. Indes hat sie eine ganz außerordentliche Bedeutung nicht nur für die Geschichte der geistigen Entwicklung von Marx und Engels, sondern auch für die Geschichte der deutschen Ideologie allgemein. Nur sie ermöglicht uns, alle Abschnitte jenes Weges genau festzustellen, den Marx und Engels von Hegel über Feuerbach, über den französischen Sozialismus, über die Anschauung des sich vor ihren Augen entfaltenden proletarischen Klassenkampfs bis zum dialektischen Materialismus zurückgelegt haben.

Der fünfte Band – von der zweiten Hälfte des Jahres 1846 bis zur Revolution von 1848 – umfasst alle Arbeiten Marxens und Engels’, worin und womit sie den »wahren Sozialismus« in allen seinen Formen, die bürgerliche Demokratie und den kleinbürgerlichen Sozialismus Proudhons bekämpfen, für die neue internationale proletarische Organisation die Basis legen und diese dann auch direkt in Form des »Bundes der Kommunisten« organisieren. Diese Periode endet mit dem Kommunistischen Manifest.

Die Aufsätze und Broschüren aus der Revolution von 1848/49 und aus den Jahren ihrer Liquidierung bis kurz vor die Auflösung des Bundes der Kommunisten (1848–1852) bilden den Hauptinhalt des fünften, sechsten und siebenten Bandes.

Die Aufsätze, Bücher und Broschüren Marxens und Engels’ aus den Jahren nach der Revolution (1852–1862) sind so zahlreich, dass ihnen nicht weniger als sieben Bände zu widmen sind.

Die von Marx und Engels stammenden Aufsätze, Manifeste und Resolutionen aus der Zeit der I. Internationale (1864–1876) werden im fünfzehnten Band enthalten sein.

Die Aufsätze und Bücher Engels’ von 1876 bis zu seinem Tode werden mindestens zwei Bände ausmachen.

Die zweite Abteilung ist Marxens ökonomischer Hauptarbeit, dem Kapital, gewidmet. Es werden dabei auch bisher nicht berücksichtigte umfangreiche Teile des Marxschen Manuskripts mit veröffentlicht werden, ferner alle Vorarbeiten für das Kapital.

Die Textherstellung bietet für die Bände dieser Abteilung die größten Schwierigkeiten. Der Vergleich der letzten Autor-Ausgaben mit den früheren und mit den Manuskripten, unter denen sich mitunter mehrere Fassungen derselben Abschnitte befinden, der Nachweis der von Engels am Marxschen Text vorgenommenen Umarbeitungen, die große Masse der noch überhaupt unveröffentlichten ökonomischen Arbeiten, die Verwertung der in den zahlreichen ökonomischen Exzerptheften von Marx zerstreuten eigenen Ausführungen, kritischen Anmerkungen und Literaturübersichten – all dies heischt eine Mühe, die auch bei starker Arbeitsteilung mehrere Jahre beanspruchen würde, wenn einer solchen nicht von vornherein durch den innigen Connex der Materialien ziemlich enge Grenzen gesetzt wären.

Diese Abteilung wird aus nicht weniger als dreizehn Bänden bestehen. In der dritten Abteilung werden die Briefe Marxens und Engels’ gebracht werden, in erster Linie ihre gegenseitige Korrespondenz, dann ihre Briefe an Lassalle, Weydemeyer, Kugelmann, Freiligrath, Sorge, Liebknecht, Bebel, Adler, Nikolai-on (Nikolai Danielson), Conrad Schmidt – um nur die wichtigsten Gruppen zu nennen –, ferner alle anderen Briefe, die mit den einzelnen Werken oder Lebensperioden von Marx und Engels nicht so verknüpft sind, dass sie den entsprechenden früheren Bänden einverleibt werden konnten.

Eine streng chronologische Anordnung war auch in dieser Abteilung nicht zu treffen, sollte – und dies ist der Hauptgrund – der vollständige Briefwechsel zwischen Marx und Engels möglichst schnell veröffentlicht werden. Die Bernsteinsche Ausgabe ist derart lückenhaft, dass die ausgelassenen Briefe und Briefstellen zusammen ungefähr einen weiteren Band der Stärke der jetzigen füllen. Der Briefwechsel zwischen Marx und Engels gehört jedenfalls zu den historischen Dokumenten, deren vollständige Veröffentlichung in authentischer Form eine dringende wissenschaftliche Notwendigkeit ist. [29] Durch die gesonderte Gruppierung dieser Korrespondenz, die den übrigen Briefen vorangeht, wird also auch hier das streng chronologische Prinzip durchbrochen.

Als vierte Abteilung werden wir in den beiden letzten Bänden ein ausführliches Sach- und Namenregister zu allen Bänden der Gesamtausgabe der Werke K. Marx’ und F. Engel’ bringen. Wir beabsichtigen dieses Register zu einem Handwörterbuch zu gestalten, in dem alle in den Werken von Marx und Engels erwähnten und behandelten Gegenstände, Termini, Grundbegriffe und Probleme aufgeführt werden sollen, und zwar so, dass alles zu einem Stichwort Gehörige jeweils an einer Stelle in chronologischer Reihenfolge gebracht wird. Im Namenregister werden alle historischen Persönlichkeiten und die von Marx und Engels zitierten Autoren angeführt werden, um so von der Entwicklung ihres Urteils über einzelne Personen ein Bild zu geben und für die Feststellung des Grades ihrer Beeinflussung durch andere Denker das Material zu liefern. Das Register wird sicherlich jedem Forscher, der sich mit der Geschichte und Theorie des Marxismus befassen will, die Arbeit wesentlich erleichtern und zu immer intensiverer Bearbeitung der Werke von Marx und Engels weitere Anregungen geben.

Diese Register-Abteilung kann natürlich erst nach Abschluss der gesamten eigentlichen Editionstätigkeit erscheinen. Bis dahin wird jedem Einzelbande der Gesamtausgabe ein knappes orientierendes Register beigegeben werden.

Die Einleitungen zu den einzelnen Bänden werden im allgemeinen Anlass und Entstehungsgeschichte der einzelnen Schriften beleuchten, über den Stand der Forschung Bericht geben und über das bei der Edition befolgte Verfahren Rechenschaft ablegen. Historische und theoretische Einführungen und Untersuchungen, ausführliche Kommentare fallen aus dem Rahmen dieser Aufgabe: ihre vornehmste Bestimmung, wie schon betont, besteht ja darin, die erste und wichtigste objektive Grundlage für die Zwecke einer allseitigen Marx- und Engels-Forschung zu schaffen, d. h. das literarische Gesamtwerk der beiden Klassiker in wissenschaftlich einwandfreier Form und Ordnung wiederzugeben. Auch die Anmerkungen und sonstigen Beigaben, mit denen die Bände der ersten Abteilung ausgestattet werden, sollen sich demnach im Großen und Ganzen darauf beschränken, aus dem mit den Texten unmittelbar zusammenhängenden zeitgenössischen Material das Wichtigste – falls nicht mühelos zugänglich – mitzuteilen und durch reichliche Quellen- und Literaturnachweise die Auffindung näherer Angaben über Personen, Zustände und Ereignisse zu erleichtern.

Da der Hauptzweck unserer Ausgabe darin besteht, den vollständigen Ideenkomplex von Marx und Engels in seiner ganzen Eigenart der wissenschaftlichen Forschung zur Verfügung zu stellen, legen wir bei der Wiedergabe der Texte das Hauptgewicht darauf, sie dem Sinne nach exakt zu bringen, – frei von jeder subjektiven Einmischung und Deutung. Wir wählen als Schriftsatz die Antiqua. Die Rechtschreibung der Vorlagen buchstäblich zu reproduzieren, hielten wir für überflüssig; bei den gedruckten Vorlagen haben wir es übrigens gar nicht mit der Rechtschreibung von Marx und Engels selbst zu tun. Wir zogen es vor, die Orthographie tunlichst zu modernisieren. Wo wir – bei handschriftlichen Vorlagen – manchmal davon abweichen, geben wir in den Einleitungen oder in den Anmerkungen Rechenschaft. Um aber dem Leser und dem Forscher einen Begriff von der jeweiligen Schreibung und den verschiedenen Eigentümlichkeiten der Handschriften von Marx und Engels zu geben, werden wir für verschiedene Perioden faksimilierte Seiten aus entsprechenden Manuskripten beifügen.

Offenbare Druck- und Schreibfehler, wie sie vor allem die aus deutschen, englischen und französischen Zeitschriften und Zeitungen entnommenen Artikel in Menge aufweisen, werden von uns stillschweigend korrigiert. In allen zweifelhaften Fällen wird über die Korrektur in den textkritischen Fußnoten oder in den Anmerkungen berichtet.

Zum Schluss erfülle ich die angenehme Pflicht, all derer zu gedenken, die den Beginn dieses Unternehmens ermöglicht haben.

Für die Marx-Engels-Gesamtausgabe hat Eduard Bernstein unter Verzicht auf eigene Herausgeberpläne die bei ihm aufbewahrten Teile des Marx-Engels-Nachlasses dem Archiv der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands in Berlin übergeben, und durch Vermittlung von Frau Luise Kautsky, Dr. Rudolf Hilferding und Dr. Adolf Braun, dem Vorsteher des Archivs, ist der weitaus größte Teil des Nachlasses dem Herausgeber zugänglich gemacht worden. Prof. Dr. Joseph Hansen stellte uns das im Historischen Archiv der Stadt Köln befindliche Material bereitwilligst zur Verfügung und förderte unsere Arbeit auch sonst durch wertvolle Aufschlüsse. Prof. S. Perlman (Madison, Wisconsin) danken wir für die Vermittlung der reichen Materialien zur Geschichte der Internationalen Arbeiter-Assoziation, die in der State Historical Society of Wisconsin, Madison, aus dem Nachlass von F.A. Sorge aufbewahrt sind. H.M. Lydenberg, Oberbibliothekar der New York Public Library, gestattete die photographische Aufnahme der Originale der im Sorge-Briefwechsel [30] mit nicht wenigen Lücken veröffentlichten Briefsammlung. Dr. Wilhelm Pappenheim – Wien schulden wir Dank für Dokumente zur Familiengeschichte von Marx und für die Briefe von Bruno Bauer an Marx und Ruge. Durch die Bemühungen von Prof. Dr. J. Schaxel – Jena um die Auffindung der Originalhandschrift der Dissertation Marxens kam zwar die Dissertation selbst nicht zum Vorschein, doch gelang es ihm, manche interessante Universitätsdokumente von Marx ausfindig zu machen. Der Direktor des Instituts für Sozialforschung an der Universität Frankfurt a. M., Prof. Dr. Carl Grünberg, und sein nächster Mitarbeiter, Dr. Friedrich Pollock, ferner Dr. Felix Weil, Vorstand der Gesellschaft für Sozialforschung, Frankfurt a. M., haben unserem Unternehmen fortwährend vielerlei Förderung, auch bei der Beschaffung der Texte, zukommen lassen. Aber die Erfassung des Materials ist nur eine der vielen Vorbedingungen einer kritischen Ausgabe des literarischen Gesamtwerkes von Marx und Engels. Was die Bearbeitung des Materials betrifft, so ist zwar ein sehr starkes Interesse für den Marxismus vorhanden, aber es gibt verhältnismäßig sehr wenige Wissenschaftler, die sich ganz dem Marxstudium widmen, und es gibt wenig Arbeiten, welche dem noch unveröffentlichten Nachlass gewidmet wären. Jede objektive Kritik an unserem Unternehmen muss diesen Umstand berücksichtigen. Ohne das Marx-Engels-Institut in Moskau, ohne seine Einrichtungen, seinen Apparat, seinen Mitarbeiterstab unter der bewährten Leitung von E. Czóbel, wäre auch an die Ausführung der die Arbeitskraft eines einzelnen weit übersteigenden Aufgabe überhaupt nicht zu denken gewesen. Die Veranstaltung einer Marx-Engels-Gesamtausgabe erheischte die Schaffung einer großen wissenschaftlichen Organisation. Die Kommunistische Partei der Sowjetunion, indem sie sich zu jeglicher Unterstützung und Förderung des Werkes verpflichtet hielt, war sich bewusst, was sie dem Geist von Karl Marx und Friedrich Engels schuldet.

Moskau, im April 1927

David Riasanow

*

Anmerkungen

1. David Rjasanow: Vorwort zur Gesamtausgabe. In Marx-Engels-Gesamtausgabe (MEGA¹), Bd. 1, Frankfurt/Main 1927, S. IX–XXVII.

2. Herrmann Heinrich Becker an Karl Marx, Ende Dezember 1850. In: MEGA², Bd. III/3, S. 179. Becker (1820–1885) war 1849 und 1850 Mitglied des Bundes der Kommunisten; 1851 gab er das erste Heft der Gesammelten Aufsätze von Marx heraus.

3. Herrmann Heinrich Becker an Karl Marx, 27. Januar 1851. In: MEGA², Bd. III/4, S. 300/301. Riasanow zitiert orthographisch verändert und zum Teil nicht mit dem Original ganz übereinstimmend.

4. Herrmann Heinrich Becker an Karl Marx, 1. März 1851. In: MEGA², Bd. III/4, S. 322. Dagobert Oppenheim (1809–1889) war Kölner Bankier und wirkte u. a. als Garant der Rheinischen Zeitung.

5. Auch wir haben dieses Beiblatt nur mit großen Schwierigkeiten erwerben können.

6. Karl Marx an Friedrich Engels, 3. Mai 1851. nIII/4, S. 104/105.

7. Peter Nothjung (1821–1866), von Beruf Schneider, wurde im Kölner Kommunistenprozess 1852 zu sechs Jahren Haft verurteilt.

8. Friedrich Engels an Karl Marx, 27. März 1867. In: MEW, Bd. 31, S. 292. Der Hamburger Verleger Otto Karl Meißner (1819–1902) gab neben anderen Schriften von Marx und Engels auch Das Kapital heraus.

9. Siehe Karl Marx an Nikolai Franzewitsch Danielson, 7. Oktober 1868. In: MEW, Bd. 32, S. 563–565. Der russische Ökonom und Schriftsteller Danielson (1844–1918), Pseudonym »Nikolai-on«, war ein Vertreter der Volkstümlerbewegung. Er übersetzte die drei Bände des Kapital – davon den ersten gemeinsam mit German Alexandrowitsch Lopatin (1845–1918) – ins Russische und korrespondierte über mehrere Jahre mit Marx.

10. Siehe Ferdinand Lassalle: Gesammelte Reden und Schriften. Hrsg. von Eduard Bernstein. Bd. 1–12. Berlin 1891–1893.

11. Friedrich Engels an Wilhelm Liebknecht, 18. Dezember 1890. In: Marx-Engels Werke, Bd. 37, S. 527/528.

12. Siehe Marx-Engels Werke, Bd. 39, S. 466/47. Richard Fischer (1855–1926), Schriftsetzer und Redakteur, war Mitarbeiter des Sozialdemokrat.

13. Siehe Marx-Engels Werke, Bd. 39, S. 466/47. Richard Fischer (1855–1926), Schriftsetzer und Redakteur, war Mitarbeiter des Sozialdemokrat.

14. »Engels beabsichtigte nicht lange vor seinem Tode, die Aufsätze von Marx aus der Rheinischen Zeitung neu herauszugeben, ich hatte die Freude, sie für ihn zusammenzustellen. Leider starb er, als eben das Material beisammen war.« Mehring, Geschichte der deutschen Sozialdemokratie. 2. Aufl. 1903 I, 382.

15. Aus dem literarischen Nachlass von Karl Marx, Friedrich Engels und Ferdinand Lassalle. Hrsg. von Franz Mehring. Bd. 1–4. Stuttgart 1902.

16. Aus dem literarischen Nachlass von Karl Marx, Friedrich Engels und Ferdinand Lassalle. Hrsg. von Franz Mehring. Bd. 1–4. Stuttgart 1902.

17. Mehring, Nachlass, Bd. 1, S. VII.

18. Karl Marx und Friedrich Engels: III. Sankt Max. In: Eduard Bernstein (Hrsg.): Documente des Socialismus. Hefte für Geschichte, Urkunden und Bibliographie des Socialismus. Bd. 3, S. 17–32.

19. Franz Mehring: Vorwort des Herausgebers. In: Aus dem literarischen Nachlass, Bd. 1, S. VIII.

20. Franz Mehring: Vorwort des Herausgebers. In: Aus dem literarischen Nachlass, Bd. 1, S. VIII.

21. Franz Mehring: Vorwort des Herausgebers. In: Aus dem literarischen Nachlass, Bd. 1, S. VIII.

22. Franz Mehring: Vorwort des Herausgebers. In: Aus dem literarischen Nachlass, Bd. 1, S. IX.

23. Aus dem Russischen rückübersetzt.

24. Auf diese Frage werde ich in meiner Einleitung zu Band 2 der Gesamtausgabe, der die Arbeiten von Engels bis 1844 enthalten wird, ausführlich zurückkommen.

25. Einige Ergebnisse habe ich in meiner Arbeit: Karl Marx über den Ursprung der Vorherrschaft Russlands in Europa, 1909 publiziert.

26. Gesammelte Schriften von K. Marx und F. Engels, 1852–1862. 2 Bände. Verlag J.H.W. Dietz, Stuttgart 1917.

27. Ferdinand Lassalle. Nachgelassene Briefe und Schriften. Bd. 3. Der Briefwechsel zwischen Lassalle und Marx nebst Briefen von Friedrich Engels und Jenny Marx an Lassalle und von Karl Marx an Gräfin Sophie von Hatzfeld. Hrsg. von Gustav Mayer. Berlin, Stuttgart 1922.

28. Kommunistisches Manifest, Engels’ Vorrede vom 28. Juni 1883.

29. Die exzeptionelle Bedeutung des Marx-Engels-Briefwechsels – die beim Erscheinen der Bernsteinschen Ausgabe auch von H. Oncken und G. Schmoller anerkannt wurde – hat vor kurzem der Direktor des Reichsarchivs in Potsdam, Ernst Müsebeck, in einem Vortrag hervorgehoben, worin er im Übrigen gerade ausführte, dass in Hinsicht auf die große Masse des vorhandenen Materials der Wert der Quellenpublikationen zur neuesten Geschichte im Allgemeinen immer problematischer werde. (Archiv für Politik und Geschichte. Jg. IV, 1926. S. 316.)

30. Briefe und Auszüge aus Briefen von Joh. Phil. Becker, Jos. Dietzgen, Friedrich Engels, Karl Marx u. a. an F.A. Sorge u. a., Stuttgart, Dietz, 1906.


Zuletzt aktualisiert am 12. October 2026