Winfried Wolf

China – Endlosboom?

(20. Dezember 2014)


Quelle: Lunapark21, Heft 28, 20. Dezember 2014.
Kopiert mit Dank aus der >Lunapark21-Webseite.
Transkription & HTML-Markierung: Einde O’Callaghan für das Marxists’ Internet Archive.


Wachstumsraten

Das Wachstum, das die chinesische Ökonomie noch in den ersten eineinhalb Jahrzehnten des 21. Jahrhunderts erlebte, ist in diesem Zeitraum weltweit einmalig. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) wuchs 1996 bis 2005 im Durchschnitt um jährlich 9,2 Prozent. Das indische BIP wuchs in diesen Jahren um 6,1 Prozent pro Jahr. Im Zeitraum 2004 bis 2007 gab es in China nochmals eine Steigerung auf Jahresraten bis zu 12,8 Prozent (siehe Grafik 2). Der Rückgang, der mit der weltweiten Krise 2008/2009 erfolgte, war, gemessen an dem Einbruch in anderen Ländern, gering. Gemessen am vorausgegangenen Wachstum aber doch erheblich.

Nach der Krise gab es 2009 bis 2011 nochmals Wachstumsraten zwischen 9 und 10 Prozent. 2012 und 2013 waren es jeweils 7,7 Prozent. 2014 „nur“ noch rund 7,5 Prozent. Für die Jahre 2015 und 2016 wird ein weiterer Rückgang des Wachstums prognostiziert. Die Daten für das BIP zeigen meist eher gemäßigte Ausschläge nach oben und unten, da verschiedene BIP-Komponenten wie der Staatshaushalt oder die Einkommen der Beschäftigten wenig Flexibilität aufweisen. Deutlicher wird der konjunkturelle Verlauf nach oben und unten mit (siehe Grafik 1), die allein die industrielle Produktion abbildet. Danach liegen die Wachstumsraten 2012 bis 2014 nur noch knapp halb so hoch wie 2011.

Wenn hier von sozialen Aspekten abgesehen wird (immerhin gibt es in jüngerer Zeit wieder eine Zunahme von Streiks in der VR und es gab die Demokratie-Bewegung in Hongkong) dann gibt es in China im Wesentlichen drei spezifische mögliche Krisenfaktoren:

Chinas BIP

Zuletzt aktualisiert am 26. Juni 2023